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Bundeswehr : Marinesoldaten demütigen Vorgesetzten

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Das Schnellboot „Hermelin“ im Heimathafen Rostock (Archivbild 2009) Bild: dpa

Bei einer Auseinandersetzung auf einem Schnellboot der Deutschen Marine ist ein vorgesetzter Bootsmann thailändischer Herkunft von mehreren Kameraden misshandelt worden. Das Verteidigungsministerium sieht keinen rassistischen Hintergrund.

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          Die Misshandlung eines Bootsmanns der Marine durch vier seiner Kameraden hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums „keinerlei rassistischen Hintergrund“. Bei dem Vorfall, der sich vor knapp zwei Wochen auf dem deutschen Schnellboot „Hermelin“ im Hafen von Beirut ereignete, war ein deutscher Portepeeunteroffizier thailändischer Herkunft von mehreren Unteroffizieren (Obermaaten) fast nackt auf einem Tisch gefesselt worden. Sein Körper sei mit den Worten „hier wohnen die Mongos“ beschmiert worden, teilte das Führungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit.

          Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, das Slangwort „Mongo“ sei offenbar in der heutigen Jugendsprache am ehesten mit „Idiot“ gleichzusetzen, es beziehe sich nicht in herabwertender Weise auf Menschen asiatischer Herkunft. Die Einschätzung, dass dem Vorfall keine rassistischen Motive zugrunde lägen, ergebe sich auch aus „der zwischenmenschlichen Gemengelage“, die an Bord eines Schiffes entstehen könne, zumal an Bord eines beengten Schnellbootes. Vier Beteiligte des Vorfalls seien nach Deutschland zurückgeschickt worden, die Staatsanwaltschaft Rostock habe Ermittlungen wegen Widerstands gegen Dienstvorgesetzte aufgenommen.

          Ermittlungen mit „gegebenen Härte“

          Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, sagte der Zeitung „Die Welt“, es werde gegen die mutmaßlichen Täter nun mit der „gegebenen Härte ermittelt“. Intern seien die notwendigen Konsequenzen schon gezogen worden. Schimpf sagte, er wolle solche Vorfälle „in unserer Marine“ nicht dulden.

          Das Verteidigungsministerium gab am Mittwoch an, es seien in den vergangenen Jahren keine ähnlichen Vorfälle bekannt geworden. Der Bericht des Wehrbeauftragten führte in den vergangenen Jahren einige Einzelfälle auf, in denen es zu rassistischen („Neger“) oder diskriminierenden („Ossi“) Beschimpfungen oder herabwürdigen Tätlichkeiten (Urinieren eines Unteroffiziers zwischen die Beine eines Mannschaftsdienstgrades) kam. Bei vereinzelten bekannt gewordenen rechtsextremistischen Vorfällen reagierte die Bundeswehr nach dem Bericht des Wehrbeauftragten mit disziplinarischen Sanktionen. So sei ein Hauptgefreiter, der im Zug rechtsextremistische Musik über die Lautsprecher seines Laptops hörte, vorzeitig aus dem Dienst der Bundeswehr entfernt worden. Gefreite, die sich mit Mobiltelefonen beim Zeigen des Hitlergruß auf einem Kasernengelände fotografierten, erhielten Disziplinarstrafen; ihnen sei überdies im Wiederholungsfall die fristlose Entlassung aus der Bundeswehr angedroht worden.

          Das Schnellboot „Hermelin“ beteiligt sich an dem Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanons, um den Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren.

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