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Rechte in der Bundeswehr : KSK-Kommandeur warnt Extremisten in den eigenen Reihen

  • Aktualisiert am

KSK-Soldaten im Mai 2009 bei einem Ausbildungsmarsch durch eine Wüste Bild: dpa

Rechtsextreme hätten dem Ansehen jedes einzelnen Soldaten geschadet, sagt der Brigadegeneral. Er kündigt eine „Null-Toleranz-Politik“ an. Die Eliteeinheit befinde sich derzeit in der „schwierigsten Phase“ ihrer Geschichte.

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          Der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Markus Kreitmayr, hat rechte Tendenzen in der militärischen Eliteeinheit scharf verurteilt. „Ich meine nicht zu übertreiben mit der Feststellung, dass unser Verband derzeit die schwierigste Phase seiner Geschichte erlebt“, heißt es in einem Schreiben des Brigadegenerals an seine Soldaten. Es lag der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vor.

          „Inmitten unserer Gemeinschaft befanden und befinden sich offensichtlich noch immer Individuen, die dem sogenannten rechten Spektrum zuzuordnen sind“, so der Kommandeur in dem vor einer Woche verschickten Brief. „Ob durch ihre fehlende Verfassungstreue, ihre Nähe zur Bewegung der Reichsbürger oder ihre rechtsextremistische Gesinnung und Unterstützung rechtsextremistischer Ideologien, sie alle haben dem Ansehen des Kommandos Spezialkräfte und der Bundeswehr als Ganzes, aber auch jeder und jedem Einzelnen von uns ganz persönlich, massiven Schaden zugefügt.“ Extremisten würden entfernt, sollten die Einheit und die Bundeswehr aber auch aus eigenem Antrieb verlassen.

          Die jüngste Fund eines Waffenverstecks bei einem KSK-Soldaten in Nordsachsen bezeichnete der Brigadegeneral als „einen schockierende Höhepunkt“. Er kündigt eine „Null-Toleranz-Linie“ an, aber auch die Einhaltung der rechtsstaatlichen Grundsätze in jedem Einzelfall. Das Verteidigungsministerium hat inzwischen umfangreiche Maßnahmen gegen Extremisten und Verdächtige in den Reihen des KSK veranlasst.

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