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Maulkorb oder nicht? : Eine Frage des Timings

Bild: dpa

In der Politik kommt es nicht nur darauf an, was man sagt, sondern auch wem und wann. Die E-Mail aus ihrem Ministerium ist für Ursula von der Leyen darum in jedem Fall ein Rohrkrepierer.

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          In der Politik kommt es nicht nur darauf an, was man sagt, sondern auch wem und wann. Selbstredend hat das Verteidigungsministerium ein berechtigtes Interesse daran zu wissen, welche Soldaten und zivile Beamte über dienstliche Angelegenheiten mit Abgeordneten des Bundestages sprechen. Das halten andere Ministerien durchaus ähnlich, und auch private Unternehmen bei ihren Mitarbeitern. Auffällig im Fall von der Leyen sind aber Zeitpunkt und Adressatenkreis.

          Da wird an einen handverlesenen Führungskreis eine Erinnerung verschickt, als der ohnehin schon tonnenschwere Druck auf die Ministerin im Zuge der Berater-Affäre gerade noch einmal deutlich wächst. Sicher, Zufälle gibt es immer wieder. Und ja, auch Gegner von der Leyens in ihrem Ressort könnten einen Zufall für sich genutzt haben.

          Aber ob die E-Mail nun mit Wissen der Ministerin verschickt wurde oder nicht: Den informellen Austausch zwischen Parlament und Unzufriedenen im Wehrressort dürfte eine solche Aufforderung eher verstärken.

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