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Ehrung der Veteranen : Was wir den Soldaten schulden

Soldaten laufen beim Großen Zapfenstreich in Berlin. Bild: dpa

Nie wieder darf die Bundeswehr in einen Einsatz geschickt werden, in dem sie für die politische Unklarheit und Inkonsequenz büßen muss.

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          Eine solche Ehrung hat die Bundeswehr noch nicht erfahren. Die höchsten Repräsentanten des deutschen Staates zollten am Bendlerblock und vor dem Reichstag den Veteranen des Afghanistan-Einsatzes Respekt und Anerkennung für deren schweren und gefährlichen Dienst. Sie gedachten der 59 Soldaten, die am Hindukusch fielen oder verunglückten. Bis hin zum Großen Zapfenstreich bot die Republik alles auf, was sie an militärischem Zeremoniell zur Verfügung hat.

          Weniger wäre zu wenig gewesen. Die deutsche Politik hatte einiges nachzuholen bei der Würdigung der Männer und Frauen, die in einen Einsatz geschickt wurden, auf dessen Dimensionen weder die Armee noch ihre Auftraggeber in Parlament und Regierung ausreichend vorbereitet waren.

          Die wichtigste Lektion liegt schon auf der Hand

          Die Reden der Verteidigungsministerin wie auch des Bundespräsidenten wichen der angemessenen Selbstkritik nicht aus. Die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Afghanistan-Einsatz wird zwar erst nach der Konstituierung des neuen Bundestags beginnen. Die zentrale Schlussfolgerung, die aus der gemischten Bilanz des Engagements in Afghanistan zu ziehen ist, liegt jedoch schon seit Jahren auf der Hand: Nie wieder darf die „Parlamentsarmee“ in eine Mission geschickt werden, in der sie mit ihrem Blut für die Unschärfe des Mandats und die Inkonsequenz, um nicht zu sagen: Feigheit der politischen Entscheider büßen muss. Weil niemand in Berlin von einem Krieg sprechen wollte, ist die Truppe lange nicht ausreichend für den Krieg ausgerüstet worden, in den sie immer stärker hineingezogen wurde.

          Trauer und Würdigung: Die höchsten Repräsentanten des deutschen Staates gedenken in Berlin der in Afghanistan gefallenen Soldaten.
          Trauer und Würdigung: Die höchsten Repräsentanten des deutschen Staates gedenken in Berlin der in Afghanistan gefallenen Soldaten. : Bild: dpa

          Auch in Zukunft wird es sich nicht ausschließen lassen, dass Regierung und Parlament auf militärische Mittel zurückgreifen müssen, um deutsche Interessen zu schützen. Dabei müssen jedoch die Ziele klarer und realistischer als bisher definiert werden. Die Truppe braucht eindeutige Mandate und eine Ausrüstung, mit der sich der Auftrag erfüllen lässt. Diese Lektionen sind künftig immer zu beherzigen, wenn Deutschland Soldaten in einen Einsatz schickt. Das sind wir auch jenen schuldig, die am Hindukusch ihr Leben verloren haben.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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