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Hilfe der Bundeswehr : Im Kampfeinsatz gegen das Virus

Ein Soldat der Bundeswehr schiebt einen Wagen mit Getränken durch das Seniorenheim „Jochhöh“ in Freital. Bild: dpa

Die Bundeswehr hält 15.000 Mann gegen die Pandemie bereit. Sie sollen in Pflegeheimen helfen und die Gesundheitsämter unterstützen. Doch nicht überall ist die Hilfe willkommen.

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          Mit der wachsenden Zahl von Corona-Fällen steigt auch die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die insbesondere bei der Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt werden. Nach Angaben der Streitkräftebasis waren Ende der Woche aktuell 3200 Soldaten im Corona-Einsatz, für 720 weitere werde derzeit geplant. Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, sagte am Rande eines Besuchs in einem Pflegeheim in Sachsen, die Bundeswehr stehe mit einem Einsatzkontingent von 15.000 Soldaten weiterhin bereit. Rund 5000 davon sind kurzfristig abrufbar, darunter auch viele Reservisten, die sich freiwillig gemeldet haben.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          In den vergangenen Tagen war die Zahl der eingesetzten Kräfte stark gestiegen. Nach Angaben der Streitkräftebasis sind seit Beginn der Pandemie mehr als 1000 Amtshilfeersuchen bei der Bundeswehr eingegangen, rund 700 davon wurden nach Prüfung positiv beantwortet. Auch innerhalb der Bundeswehr ist die Zahl der Corona-Fälle auf einen Höchststand von zuletzt 340 gestiegen. Betroffen davon ist auch die Marine. Mehrere Schiffe, darunter die Fregatte Bayern, mussten nach Angaben des Marine-Kommandos wegen Corona-Fällen an Bord Übungen absagen und im Hafen bleiben.

          Kramp-Karrenbauer: Infektionsketten nachverfolgen

          Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schrieb am Freitag in einem aktuellen Tagesbefehl an die Truppe: „Die Menschen in Deutschland sehen und spüren, dass sie sich auf ihre Bundeswehr verlassen können.“ Hauptaufgabe sei derzeit der Dienst in den Gesundheitsämtern der Kommunen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Aber auch in den Bundeswehrkrankenhäusern, den Testzentren, in der Logistik und auf den Pflegestationen helfe die Bundeswehr.

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          Während die Hilfe der Bundeswehr nahezu überall im Land willkommen ist, um die oftmals bereits überlasteten Gesundheitsämter zu unterstützen, gibt es in Berlin weiterhin Widerstand gegen die Hilfe. Schelleis hatte kürzlich berichtet, nachdem der Bezirk Lichtenberg – regiert von der „Linken“ – seinen Widerstand aufgegeben habe, sei es nur noch das von einer Grünen-Bezirksbürgermeisterin regierte Friedrichshain-Kreuzberg, das sich „vehement“ gegen eine Bundeswehr-Hilfe wehre. Schelleis sagte, die Bundeswehr helfe gerne, aber wenn man sie nicht wolle, „dann sollten wir auch nicht beleidigt sein“, und die Bezirksbürgermeisterin müsse die Menschen dort anders schützen.

          Ein Dringlichkeitsantrag der SPD, die Bundeswehr deshalb doch um Hilfe zu bitten, wurde am vergangenen Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung von der Grünen-Linke-Mehrheit abermals abgelehnt. Der Bezirk hat die stadtweit höchste Infektionsrate, mit dem aktuellen Wert von 257 Infizierten auf 100.000 Einwohner liegt Kreuzberg bundesweit mit an der Spitze.

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