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Bundeswehr : Deutsche Soldaten vertrauen ihren Waffen nicht mehr

  • Aktualisiert am

Puppen mit der Ausrüstung von Scharfschützen liegen am 28. Januar 2016 bei einem Pressetermin in der Rettberg-Kaserne in Eutin. Bild: dpa

Deutschland zu verteidigen und das Nato-Gebiet zu schützen ist Kernaufgabe der Bundeswehr. Eine Umfrage zeigt: Das Vertrauen der Truppe in ihre Ausrüstung ist offenbar gering.

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          Um Bilder zu verhindern wie aus Stetten, als Kinder mit Sturmgewehren spielten, verbot Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vergangene Woche den Umgang von (ungeladenen) Handfeuerwaffen für Bundeswehrbesucher jedweder Couleur. Eine Umfrage zeigt nun: Viele Bundeswehrsoldaten würden sich offenbar gern anschließen, wenn auch aus anderem Grund.

          Nur acht Prozent der Bundeswehrsoldaten haben volles Vertrauen in ihre Waffen und Schutzausrüstung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die der Bundeswehrverband für alarmierend hält. „Die Truppe verliert zunehmend das Vertrauen in die Politik als Ganzes“, sagte Verbandschef André Wüstner am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Schere zwischen den Anforderungen an die Bundeswehr und ihrer Ausstattung gehe immer weiter auf, statt sich zu schließen. „Ankündigungen ohne eine mittelfristig ausreichende finanzielle Unterfütterung im Verteidigungshaushalt überzeugen nicht mehr.“

          An der Umfrage der Bundeswehr, über die die „Bild“-Zeitung zuerst berichtete, nahmen knapp 800 Soldaten teil, die an einer einer Großübung der Nato beteiligt waren. Acht Prozent der Befragten vertrauen ihren Waffen voll und 16 Prozent eingeschränkt. 22 Prozent sagen dagegen, sie hätten überhaupt kein Vertrauen in ihre persönliche Ausrüstung. 21 Prozent haben „eher“ kein Vertrauen und 28 Prozent sind zwiegespalten.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zwar angekündigt, in den nächsten 15 Jahren 130 Milliarden Euro in die Ausrüstung investieren zu wollen. Kritiker bezweifeln allerdings, dass dieses Versprechen zu halten ist.

          Die geplante Aufstockung des Verteidigungsetats von derzeit 34,3 auf 39,2 Milliarden Euro bis 2020 reicht laut Wüstner bei weitem nicht aus. Wüstner: „Wer, wie im Entwurf des Weißbuchs formuliert, 'die globale Ordnung aktiv mitgestalten' will, darf seine Soldaten nicht mit unzureichender Ausrüstung für Ausbildung, Übung oder gar Einsätze ausstatten:“ Der momentan aktuelle Finanzplan müsse zwingend aufgestockt werden, um der Bundeswehr mittelfristig „den Hauch einer Chance“ zu lassen, sich umfassend modernisieren zu können.

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