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Schwerpunkt Heimatschutz : Bundeswehr beginnt mit neuem Freiwilligendienst

Neue Dienst für Deutschland: Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Tauber und Generalleutnant Markus Laubenthal (von links) am Dienstag in Berlin Bild: AFP

In die Kasernen rücken 325 Rekruten ein, die künftig vor allem im Inland Dienst tun sollen. Die Verteidigungsministerin bedauert, den Begriff „Heimat“ zu lange den Rechten überlasen zu haben.

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          Bei der Bundeswehr haben die ersten Rekruten für einen „Freiwilligendienst im Heimatschutz“ ihre Grundausbildung begonnen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karenbauer (CDU) sagte zum Auftakt, der neu geschaffene Dienst gebe jungen Leuten die Gelegenheit, sich für Deutschland einzusetzen und „die Heimat schützen zu können“. Es gebe viele junge Menschen, „die sich durchaus für die Bundeswehr interessieren, sich aber zunächst nicht so eng an den Dienst binden wollen“.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Es existiere gerade in der jungen Generation das Bedürfnis, den Mitbürgerinnen und Mitbürgern etwas zurückzugeben und einen Dienst für die Gemeinschaft zu leisten. „Heimat“ sei für viele in Deutschland mehr als nur ein Ort, sondern „ein Gefühl, das man im Herzen trägt“. Die Bundeswehr sei in Gänze verpflichtet, Demokratie in Freiheit und Vielfalt zu schützen.

          Den Begriff „Heimat“ den Rechten zu überlassen, sei „ein Fehler“ gewesen, sagte die Ministerin weiter am Dienstag in Berlin. Es werde Zeit, ihn wieder „in die Mitte der Gesellschaft zu holen“. Das Interesse an dem neuen Freiwilligendienst sei viel größer als erwartet. Er steht unter dem Motto „Dein Dienst für Deutschland“. Geplant ist, rund 1000 Freiwillige pro Jahr für ihn zu gewinnen.

          Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber (CDU) sagte, es gebe für den Dienst „einen militärischen Bedarf“, er habe aber auch eine gesellschaftliche Dimension. Die Soldaten würden „nicht für die Amtshilfe ausgebildet“, sondern für den militärischen Dienst. Sie bekommen dafür rund 1300 Euro im Monat und können, wie alle übrigen Soldatinnen und Soldaten, die Bahn kostenfrei nutzen.

          Man lerne als Soldat, so Tauber, „nicht nur das militärische Handwerkszeug“, sondern es sei ist auch eine gute Gelegenheit, „sich selbst noch einmal neu kennenzulernen – wir in der Bundeswehr nennen das schlicht Kameradschaft“. Der Dienst sieht eine sieben Monate dauernde Grundausbildung vor. In den darauf folgenden sechs Jahren sollen die Männer und Frauen bei Reserveübungen fortgebildet und nahe ihrer Wohnorte eingesetzt werden. Die Bundeswehr möchte auf diese Weise zusätzliches Personal für Krisen- und Katastropheneinsätze im Inland gewinnen.

          Wehrbeauftragte: Realistisches Bild vermitteln

          Der stellvertretende Generalinspekteur Markus Laubenthal sagte, die ersten rund 325 Rekruten, darunter 52 Frauen, würden nun Teil der ganz normalen Grundausbildung in den Streitkräften. Es folge eine vertiefende Ausbildung im Raum- und Objektschutz, in der ABC-Abwehr und in den besonderen Aufgaben ihrer künftigen Heimatschutzregimenter. Laubenthal sagte weiter, die neuen Heimatschutzkompanien seien künftig mit ihren Fachkenntnissen und ihren regionalen Kenntnissen Teil der Reserve. Bei der Pressekonferenz verabschiedete sich der Parlamentarische Staatssekretär Tauber aus seinem Amt. Aus gesundheitlichen Gründen legt er auch sein Mandat als Bundestagsabgeordneter nieder.

          Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) mahnte zum Start des Freiwilligendienstes, die Bundeswehr solle bei der Rekrutierung ein realistisches Bild der Aufgaben zeigen. Högl sagte der Funke Mediengruppe: „Ich höre häufig von Soldatinnen und Soldaten, dass bei der Personalgewinnung ein falsches Bild von der Bundeswehr vermittelt wird und sich der Alltag dann ganz anders darstellt. Das schadet mehr, als es nützt.“

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