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Richter Stephan Harbarth : „Europäische Integration bedeutet nicht Maximalvereinheitlichung“

Der Vorsitzende des ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth Bild: Helmut Fricke

Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts über seinen Wechsel aus der Politik nach Karlsruhe, die Bedrohung durch autoritäre Herrschaftssysteme und eine Europäisierung mit der Abrissbirne.

          8 Min.

          Herr Vizepräsident, Sie sind im vergangenen November aus dem Bundestag an das Bundesverfassungsgericht gewechselt. Was war für Sie die größte Veränderung?

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.
          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Die größte Veränderung betrifft die Tagesabläufe. Ich komme als Politiker und Rechtsanwalt aus Berufen, in denen sehr viel unter großem Zeitdruck erledigt werden muss. Politik ist nicht selten ein krisengetriebenes Tätigkeitsfeld; man weiß morgens oft nicht, was der Tag bringt. Diese Arbeit im Krisenmodus gibt es am Bundesverfassungsgericht nicht. Dies erlaubt es, die Entscheidungen in Souveränität vorzubereiten.

          Sind Sie in Karlsruhe angekommen?

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