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Sterbehilfe : Im Namen der Autonomie

Der Zweite Senat unter Vorsitz von Andreas Voßkuhle zu Beginn der Sterbehilfe-Verhandlung am 16. April 2019 in Karlsruhe Bild: dpa

Schwerkranke, Ärzte und Sterbehilfevereine haben vor dem Bundesverfassungsgericht gegen ein Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe geklagt. Nun steht das Urteil an.

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          Nach einer Jahrzehnte andauernden Debatte legalisierten die Niederlande im Jahr 2001 als erstes Land weltweit die Sterbehilfe. Seitdem sind Ärzten dort sowohl die aktive Sterbehilfe als auch die Beihilfe zum Suizid erlaubt, wenn ein Patient, dessen Zustand aussichtslos ist und dessen Leiden unerträglich sind, „freiwillig und nach reiflicher Überlegung“ darum gebeten hat. Unter strengeren Voraussetzungen gilt das Gesetz sogar für Kinder. Wenn es nach der linksliberalen Regierungspartei D66 ginge, dürften auch Menschen Sterbehilfe in Anspruch nehmen, die zwar nicht todkrank sind, ihr Leben aber für „abgeschlossen“ oder „vollendet“ halten.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Wer diesen Vorstoß nicht unwillkürlich für bedenklich hielt, dem half das niederländische Gesundheitsministerium auf die Sprünge. In einer kürzlich veröffentlichten Studie machten die Wissenschaftler etwa 10.000 Niederländer aus, die angeblich mit ihrem Leben „abgeschlossen“ haben und einen dringenden Todeswunsch empfinden. Dieser sei jedoch selten eindeutig; die Hälfte der Befragten empfinde ihn „mal mehr, mal weniger“, zum Teil hänge er von Jahreszeiten ab. Nur ein Fünftel der Befragten sehne sich „täglich“ und „dauerhaft“ nach dem Tod.

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