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Bundestagswahl : Es ist eine Richtungswahl

Bald in einer Koalition? Wahlkampfplakate von SPD und Linkspartei in Berlin Bild: AFP

Bei dieser Bundestagswahl geht es um Eigenverantwortung oder staatliche Lenkung. Auf den letzten Metern des Wahlkampfs zeigt sich ein weiteres Mal: Jeder kämpft für sich allein.

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          Es ist nie zu spät, deutlich zu machen, dass es (auch) in dieser Bundestagswahl um eine Richtungsentscheidung geht. Und es stimmt auch: Entschieden ist noch gar nichts, Umfragen hin oder her, ob man sie nun liest oder nicht. Die Union muss sich nicht zieren, auch ein Stück zu polarisieren. Das macht schließlich die andere Seite auch, die große, eher linke Seite.

          Es geht natürlich auch um Personen, aber mehr noch um die großen Fragen – wenn nicht „Freiheit oder Sozialismus“, so doch: Eigenverantwortung oder staatliche Lenkung. Persönliche Sympathiewerte können jedenfalls täuschen.

          Die FDP wird es verkraften, dass CSU-Chef Markus Söder sich nun auch auf sie eingeschossen hat. Das ist keine neue Erfahrung für die Freien Demokraten in Endphasen von Wahlkämpfen. Dabei haben sie sicher mehr Freiheit im Programm als die Union. Es stimmt aber auch, dass die FDP unter Druck geraten wird und dass sie es schwer haben wird, noch einmal ein Regierungsangebot abzulehnen, wie (un)moralisch es auch sein mag.

          Die Lage mag eine völlig andere sein. Aber es wird wieder darum gehen, ob man mitregieren will oder die eigenen Leitplanken kompromisslos hochhält. Es wird auch einige Anhänger geben, die ihre Partei nicht ein weiteres Mal standhaft in der Opposition sehen wollen. Die Union würde ein solches Szenario gern ausschließen. Auf den letzten Metern des Wahlkampfs zeigt sich ein weiteres Mal: Jeder kämpft für sich allein.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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