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Bundestagswahl : Özdemir erringt sicheren Listenplatz

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Kerstin Andreae und Cem Özdemir führen Baden-Württembergs Grüne auf den ersten beiden Listenplätze der Landesliste in die Bundestagswahl 2013 Bild: dpa

Dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, ist es diesmal gelungen, sich einen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl zu sichern. In einer Kampfabstimmung setzte sich Özdemir auf dem Landesparteitag in Baden-Württemberg gegen den Parteilinken Gerhard Schick durch.

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          Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, wird nach einem vergeblichen Anlauf vor drei Jahren aller Voraussicht in den nächsten Bundestag einziehen. Der Parteichef setzte sich am Samstag auf einem Landesparteitag in Böblingen in einer Kampfkandidatur um den zweiten Listenplatz für die Bundestagswahl aus Baden-Württemberg durch. Für ihn stimmten 115 Delegierte. Auf seinen Kontrahenten, dem Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick entfielen 86 Stimmen.

          Während Özdemir dem Realo-Lager angehört, zählt Schick zu den Parteilinken. Özdemir war vor vier Jahren 2009 bei der Aufstellung der Bundestagskandidaten in Baden-Württemberg gescheitert. Der damals noch designierte Parteivorsitzende war gleich in zwei Wahlgängen unterlegen. Die jetzige Wahl galt auch wegen dieser Vorgeschichte als Gradmesser für den Einfluss Özdemirs in der Partei.

          Kerstin Andrae führt Landesliste an

          Auf den für Frauen reservierten ersten Platz der Landesliste wurde die Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae gewählt. Sie erhielt am Samstag 108 von 201 abgegebenen Stimmen und setzte sich damit durch gegen die Landesgruppen-Vorsitzende der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, die 93 Stimmen auf sich vereinen konnte. Damit sind zwei Realo-Politiker Spitzenkandidaten des stimmenstarken Landesverbands Baden-Württemberg. Auch Kotting-Uhl gilt dagegen als Parteilinke.

          Das Votum stärkt Özdemir den Rücken. Eine abermalige Niederlage des 46-Jährigen im eigenem Landesveband hätte den Parteichef politisch erheblich geschwächt. Özdemir tritt 2013 wieder im Wahlkreis Stuttgart I an, wo er ein Direktmandat für seine Partei holen will. Die Kampfkandidaturen von Schick und Kotting-Uhl wurden intern als Demonstration gewertet, „einen Durchmarsch der Realos“ verhindern zu wollen. Denn wer an Platz eins und zwei scheitert, erhält nach den bisherigen Absprachen immer noch die sicheren Plätze drei und vier.

          Für die 38-köpfige Liste gab es zahlreiche Bewerber. Die ersten 16 Plätze gelten aufgrund der jüngsten Wahlerfolge und der guten Umfragewerte im Südwesten als sicher. Derzeit sitzen elf baden-württembergische Grüne im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2009 holten die Grünen im Südwesten 13,9 Prozent der Stimmen (plus 3,2 Prozent).

          Bei der Bundestagswahl 2013 wird mit einem deutlich besseren Abschneiden der baden-württembergischen Grünen erwartet. Mit 24,2 Prozent der Stimmen (plus 12,5 Prozent) erreichte die Partei bei der Landtagswahl 2011 ihr bei weitem bestes Ergebnis in einem Bundesland. Erstmals stellen sie mit Winfried Kretschmann einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Fritz Kuhn übernimmt im Januar 2013 den Posten des Stuttgarter Oberbürgermeisters.

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