https://www.faz.net/-gpf-8o1lk

Bundestagswahl : Bartsch und Wagenknecht werden Spitzenkandidaten

  • Aktualisiert am

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht werden das Spitzenduo der Linken im Bundestagswahlkampf. Bild: dpa

Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sollen „Die Linke“ in den Bundestagswahlkampf im nächsten Jahr führen. Die Nominierung der Vertreterin des linken Flügels und des Gemäßigten war im Parteivorstand umstritten.

          1 Min.

          Die Linke geht mit den Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf 2017. Das beschloss der Parteivorstand am Sonntag in Berlin mit einer Gegenstimme. Gleichzeitig behalten sich die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger eine zentrale Rolle vor. Der Wahlkampf solle gemeinsam aus einem „Spitzenteam“ der Partei- und Fraktionsvorsitzenden geführt werden, sagte Riexinger.

          „Politische Entscheidungen zum Wahlprogramm und Entscheidungen nach der Wahl werden in enger Absprache mit den Spitzenkandidaten geführt und liegen bei der Partei und ihren Vorsitzenden“, betonte er. Ziel sei ein zweistelliges Ergebnis bei der Bundestagswahl. Das Wahlprogramm soll im Januar vorgestellt werden.

          Kipping sprach von langen Verhandlungen im Vorstand, um diese Einigung zu erreichen, und gestand Kontroversen ein. Jetzt sei ein Ergebnis gefunden worden, das breit getragen werde.

          „Wir stehen bereit für einen grundlegenden Politikwechsel“, sagte Riexinger. Wichtig sei ein „wirklicher Bruch mit der neoliberalen Politik“. Ziel seien auskömmliche Löhne, armutsfeste Renten, eine „Beendigung des Hartz-IV-Regimes“ und ein Mindesteinkommen von 1050 Euro. Vermögen und Einkommen müssten gerechter verteilt werden.

          Für die internationale Politik bekräftigte Riexinger die Forderung: „Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr.“ Dieser Punkt wäre in einer Koalition mit der SPD nicht durchsetzbar.

          Die 47 Jahre alte Wagenknecht gehört zum linken Flügel der Partei, sie war lange Zeit Wortführerin der Gruppe „Kommunistische Plattform“. Der 58 Jahre alte Bartsch vertritt den gemäßigten Flügel und gilt als Verfechter einer rot-rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl. Er wird auch von SPD-Politikern geschätzt.

          Partei „Die Linke“ : Wagenknecht und Bartsch als Spitzenkandidaten nominiert

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kurz vorher noch undenkbar: ein Mädchen in der Schule in Kabul, Dezember 2001. Zwanzig Jahre später ist das Erreichte wieder in Gefahr.

          Afghanistans Zukunft : Wo bleibt die Moral?

          Die politische Lesart von Joe Bidens Entscheidung zum Truppenabzug in Afghanistan scheint klar: Amerika will nicht länger Weltpolizei spielen. Aber wie steht es um die moralische Lesart?
          Wirtschaftsminister Peter Altmaier, 62, ist seit einer Woche gegen Corona geimpft. An die Kontaktbeschränkungen will er sich trotzdem weiter halten.

          Altmaier im Interview : „Die Lage ist dramatisch“

          Der deutsche Wirtschaftsminister sieht die Ausgangssperre als Warnsignal, hofft trotzdem auf baldige Lockerung – und gibt Ratschläge für den Machtkampf in der Union.
          Mobbing: 95 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen besitzen ein Smartphone. 
Leider nutzen Kinder die Geräte auch, um Angst und Hass zu verbreiten, wie auf dem Foto zu sehen ist. Der Studie „Cyberlife III“ zufolge können die Folgen fatal sein: Jedes vierte digitale Mobbingopfer hatte Suizidgedanken, jedes fünfte trank Alkohol, jedes dritte Opfer fühlte sich dauerhaft belastet.

          Cybermobbing : Wenn das eigene Kind per Whatsapp bedroht wird

          „Du kleine Schlampe“: Wenn das eigene Kind per Whatsapp übel beleidigt und mit Gewalt bedroht wird, ist eine Grenze überschritten. Was passiert, wenn man dagegen juristisch vorgeht? Ein Erfahrungsbericht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.