https://www.faz.net/-gpf-8gs92

Bundestagswahl 2017 : Seehofer erwägt eigenen CSU-Wahlkampf

  • Aktualisiert am

Um keine Konfrontation verlegen: Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer Bild: dpa

Die CSU will einem Bericht zufolge zur Not einen eigenen Bundestagswahlkampf bestreiten. Parteichef Seehofer würde demnach selbst auf Platz eins der Landesliste kandidieren, sollte die CDU ihm bei einem bestimmten Thema nicht folgen.

          1 Min.

          CSU-Chef Horst Seehofer bereitet sich darauf vor, dass die CSU im kommenden Jahr nicht für Angela Merkel in den Wahlkampf zieht. Auf einer Sitzung der CSU-Strategiekommission für die Bundestagswahl sagte Seehofer nach Informationen des Nachrichten-Magazins „Spiegel“, falls die CDU in der Auseinandersetzung mit der AfD seinem Kurs nicht folge, müsse die CSU zur Not einen eigenen Wahlkampf bestreiten. Seehofer wolle dann selbst auf Platz eins der Landesliste kandidieren.

          Den Wählern müsse man dann klarmachen, dass sie nicht Angela Merkel, sondern die CSU wählten, so Seehofer. Die CSU werde in diesem Fall nicht als Unterstützerin der CDU in die Wahl ziehen, sondern als Garant dafür, dass Merkel ihren Kurs nicht einfach fortsetzen könne. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in einem Interview mit dem „Spiegel“, es sei offen, ob es ein gemeinsames Wahlprogramm von CSU und CDU geben werde. Er fügte hinzu: „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass CDU und CSU mal bei einem zentralen Thema so weit voneinander entfernt denken und agieren können, wie sich das in der Flüchtlingsfrage gezeigt hat.“

          „Dann sucht der Wähler nach einer Alternative“

          In dem Interview, über das zum Teil bereits am Freitag berichtet wurde, gab Dobrindt der Kanzlerin Schuld für das Erstarken der AfD. „Die CDU versteht sich seit Jahren nicht mehr als Mitte-rechts-Partei“, kritisierte er. Das habe dazu geführt, dass sich eine Gruppe von Wählern in der politischen Debatte nicht mehr wiederfinde. „Die haben jetzt mit der AfD versuchsweise eine neue Stimme gefunden“, sagte Dobrindt.

          Auch warnte er die CDU davor, die Grünen zu stark als Koalitionspartner zu umwerben. „Ich rate dazu, deutlich auf die Abgrenzung gegenüber den grünen Themen zu gehen und nicht zu sehr Gemeinsamkeiten zu betonen“, sagte Dobrindt. „Wenn Politik immer nur auf Konsens setzt, sucht der Wähler nach einer Alternative.“

          Weitere Themen

          Vize will Kanzler werden

          SPD-Kandidat Scholz : Vize will Kanzler werden

          Gemessen an den Umfragen, ist es nicht so wichtig, wen die SPD als Kanzlerkandidaten ins Rennen schickt. Aber offenbar wollte die Parteiführung Klarheit. Die CDU zuckt mit den Schultern, die Grünen sticheln.

          Topmeldungen

          Die Polizei geht am Montag in Beirut gegen Demonstranten vor, die gegen die Regierung protestieren.

          Proteste gegen Regierung : Libanons skrupelloses Machtkartell

          Seit vielen Jahren plündert eine korrupte politische Klasse ungestört den Libanon aus. Auch der Rücktritt der derzeitigen Regierung wird daran nichts ändern. Selbst Todfeinde verbünden sich für den Machterhalt.

          Kabarettistin Lisa Eckhart : Bedrohung von innen

          Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde vom Hamburger Harbour Front Literaturfestival aus Furcht vor gewalttätiger Störung ausgeladen. Dann sollte sie doch teilnehmen. Dafür ist es nun zu spät.
          Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau zapfen Löschwasser aus dem Tank eines ihrer Einsatzfahrzeuge.

          Wassernotstand : Muss der Pool leer bleiben?

          In einigen Gemeinden ist der Wassernotstand ausgebrochen. Gärten können nicht gewässert werden, ein Freibad musste schließen. Droht das im ganzen Land?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.