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Bundestagswahl 2017 : Petry warnt AfD-Mitglieder vor zu hohen Erwartungen

  • Aktualisiert am

Heimspiel in Sachsen: Frauke Petry vor AfD-Parteifreunden Bild: dpa

Angesichts fallender Umfragewerte warnt Parteichefin Petry vor Übermut. Derweil startet AfD-Vize Gauland einen Entlastungsangriff für ihren Gegner Höcke.

          Angesichts aktueller Umfrageergebnisse für die Bundestagswahl hat AfD-Chefin Frauke Petry ihre Partei vor zu hohen Erwartungen gewarnt. „Davon lassen wir uns nicht kirre machen“, sagte sie am Samstag in Klipphausen bei Meißen auf einem Landesparteitag der sächsischen AfD. Derzeit werde die Partei bei 15 bis 16 Prozent gesehen. Im jüngsten ZDF-„Politbarometer“ verschlechterte sich die AfD allerdings um zwei Punkte auf 11 Prozent.

          Obwohl die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihrer Partei „eine Steilvorlage nach der anderen“ liefere, sei „das Potential nach oben trotzdem begrenzt“, sagte Petry. Für die Bundestagswahl dürfe man zwar „ein sicheres zweistelliges Ergebnis“ erwarten. „Dieses zweistellige Ergebnis wird aber - das sage ich ganz bewusst - mit Sicherheit nicht 51 Prozent bei der Bundestagswahl heißen.“ Die AfD wolle aber „stärkste Oppositionspartei“ werden, sagte Petry.

          Anders als andere, teils Jahrzehnte alte rechtspopulistische Parteien in Europa müsse die AfD „sehr schnell, im Zeitraffer“ ihre Ziele erreichen, sagte Petry. Bei der Bundestagswahl 2021 werde die AfD aber „hoffentlich mehrheitsfähig“ sein.

          Parteitag schließt Journalisten aus

          Der Landesparteitag schloss zudem einen Journalisten aus. Der Redakteur der „Sächsischen Zeitung“ musste den Saal in Begleitung von Ordnern und unter Beifall der Parteitagsbesucher verlassen. Der Ausschluss war von einem Delegierten beantragt worden. Dabei hatte er dem Journalisten vorgeworfen, „Hetzartikel“ verfasst und damit schon „Existenzen zerstört“ zu haben. Eine große Mehrheit der rund 320 Delegierten stimmte dem Antrag zu. Der stellvertretende Landesvorsitzende Thomas Hartung hatte sich zuvor dagegen ausgesprochen.

          Brandenburgs AfD-Landeschef Alexander Gauland appellierte bei einer Mitgliederversammlung an die Einigkeit der Partei und verteidigte Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke. „Er hat nichts gesagt, wofür er sich schämen müsste“, sagte Gauland am Samstag vor rund 200 AfD-Mitgliedern in Rangsdorf südlich von Berlin. Höcke hatte mit seiner Forderung nach einer 180-Grad-Wende im Umgang mit der deutschen Vergangenheit bundesweit für Empörung gesorgt.

          Gauland verteidigt Höcke

          Er habe kein Verständnis für Ausschlussforderungen gegen Höcke, sagte Gauland und spielte damit auf entsprechende Äußerungen Petrys an. Die von Gauland und Höcke parteiintern bekämpfte Petry hatte in der Rede des Thüringer Parteifreundes Parallelen zu Äußerungen nationalsozialisischer Politiker gesehen.

           „Auch ich hätte mir manches in Ton und Inhalt anders gewünscht. Aber, liebe Freunde, wenn die Granaten einschlagen, steht man zusammen“, sagte Gauland und erhielt dafür viel Applaus. Höcke habe Großartiges für die Partei geleistet, das spreche zu seinen Gunsten. „Er gehört zu unserer AfD“, sagte Gauland.

          Gauland zählt wie Höcke und der AfD-Parteichef aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, zum national-konservativen, rechten Flügel der AfD.

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