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Bundestagswahl 2017 : Martin Schulz Favorit als SPD-Kanzlerkandidat?

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Bleibt er in Straßburg? Oder wechselt er nach Berlin – als Kanzlerkandidat der SPD? EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Bild: AFP

Wer wird 2017 für die SPD als Kanzlerkandidat antreten? Parteichef Sigmar Gabriel hätte den ersten Zugriff, hat sich aber noch nicht erklärt. Jetzt mehren sich offenbar die Zeichen, dass es auf einen anderen Namen hinauslaufen könnte.

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          Wer soll bei der Bundestagswahl 2017 als Kanzlerkandidat für die SPD antreten? Nach einem Bericht deutet sich bei den Genossen eine überraschende Wende an. Wie die Zeitschrift „Spiegel“ berichtet, favorisiert eine wachsende Zahl führender Genossen inzwischen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

          „Über alle Flügel und Landesgruppen hinweg gibt es eine breite ,Bloß nicht Gabriel‘-Bewegung“, sagte ein einflussreicher Abgeordneter dem „Spiegel“. Gabriel kämpft dem Bericht zufolge nicht nur gegen die Skepsis der Partei. Interne Umfragen zeigten auch, dass der SPD-Vorsitzende selbst unter den eigenen Wählern kritisch gesehen wird.

          Lewentz: Gut, dass wir drei starke Kandidaten haben

          Viele einflussreiche Sozialdemokraten fürchteten zudem, dass Gabriel sich bei einer Kandidatur noch immer selbst im Weg stehen könnte. „Wir brauchen einen Kandidaten, der rockt, der es aber vor allem nicht selbst verbockt“, zitiert das Magazin einen hochrangigen SPD-Vertreter. Weil Schulz in absehbarer Zeit bekennen müsste, ob er für eine weitere Amtszeit als EU-Parlamentspräsident kandidiert, könnte eine Entscheidung über den SPD-Kanzlerkandidaten noch im Oktober fallen.

          Gabriel sagte am Freitag, auf den Bericht angesprochen: „Ich, jedenfalls, bin ganz entspannt." Der rheinland-pfälzische SPD-Landesvorsitzende Roger Lewentz erklärte gegenüber FAZ.NET, es sei gut, dass der SPD mit Sigmar Gabriel, Martin Schulz und Frank-Walter Steinmeier drei profilierte Persönlichkeiten für die Kanzlerkandidatur zur Verfügung stünden. Das erste Zugriffsrecht liege dabei „natürlich“ beim Parteivorsitzenden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprach sich hingegen klar für eine Kanzlerkandidatur von Gabriel aus. „Es gibt einen geborenen Spitzenkandidaten für die SPD im nächsten Bundestagswahlkampf und das ist der Parteivorsitzende“, sagte Albig der Deutschen Presse-Agentur. „Jede überflüssige Personaldebatte schadet nur der SPD.“

          Bei Albig hat es in dieser Frage offenbar einen Sinneswandel gegeben. Der Kieler Regierungschef hatte im Sommer 2015 in seiner Partei für Furore gesorgt, als er angesichts der Popularität von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Sieg seiner Partei bei der Bundestagswahl 2017 offen infrage stellte. Er sinnierte damals sogar darüber, ob die SPD überhaupt noch einen Kanzlerkandidaten aufstellen sollte.

          Schulz als Kanzlerkandidat – oder als Außenminister?

          In Berliner SPD-Kreisen ist ein Wechsel von Schulz in die Hauptstadt schon seit Monaten ein Szenario, das diskutiert wird. So heißt es unter Genossen seit längerem, sollte Schulz im nächsten Frühjahr, wie ursprünglich geplant, nicht eine weitere Amtszeit als EU-Parlamentspräsident anstreben, könnte er als Kanzlerkandidat nach Berlin wechseln und der SPD damit womöglich größere Chancen verschaffen als mit einem Spitzenkandidaten Sigmar Gabriel.

          Auch als Bundesaußenminister und Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier sieht mancher Genosse Martin Schulz (r.) schon

          Ein anderes Planspiel sieht Schulz auch als möglichen neuen Bundesaußenminister, sollte Frank-Walter Steinmeier im Frühjahr Joachim Gauck als Bundespräsident beerben. Seine generelle Bereitschaft, nach Berlin zu wechseln, soll Schulz nach Informationen des „Spiegel“ parteiintern bereits erklärt haben.

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