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Campact gegen Maaßen : Was ist erlaubt, um einen Kandidaten zu verhindern?

  • -Aktualisiert am

Hans-Georg Maaßen Anfang September in Benshauen Bild: AFP

Damit Hans-Georg Maaßen nicht für die CDU in den Bundestag einzieht, verlangt die Organisation Campact, dass alle den SPD-Kandidaten im Wahlkreis unterstützen. Bei der Linkspartei kommt das gar nicht gut an.

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          Bodo Ramelow hat eine kurze Zündschnur. Das bekamen am Dienstag die Macher von Campact zu spüren, einem Verein, der es sich nach eigener Aussage zum Ziel gesetzt hat, mittels Online-Kampagnen „für eine progressive Politik“ zu streiten. Bei dieser Bundestagswahl ruft Campact in sechs der 299 Wahlkreise (Hannover II, Leverkusen, Dresden I, Lahn-Dill, Südthüringen und Zollernalb-Sigmaringen) dazu auf, „Klimablockierer und Rechtsaußen“ abzuwählen und den jeweils aussichtsreichsten Gegenkandidaten zu unterstützen. In Südthüringen hat nach Lage der Dinge der SPD-Bewerber Frank Ullrich die größte Chance, CDU-Kandidat Hans-Georg Maaßen zu besiegen – weshalb Campact nicht nur dafür trommelt, Ullrich zu wählen, sondern auch Anhänger anderer Parteien dazu bringen will, ihre Erststimme dem Sozialdemokraten zu geben.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Im Fall der Grünen funktionierte das bereits. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner warb darum, im Wahlkreis 196 nicht die eigene Kandidatin, sondern Ullrich zu unterstützen. „Ein Votum für ihn schützt die Demokratie und verhindert, dass eine nach rechtsaußen offene Stimme in den Bundestag einzieht“, sagt der Grünen-Politiker, der selbst aus Thüringen stammt. Die Thüringer Grünen erklärten sich zähneknirschend dazu bereit. Nun ist die Zahl der Grünen-Wähler in Südthüringen überschaubar; 2017 gewann die Partei hier 2,6 Prozent der Erststimmen. Die Linke dagegen holte 18,2 Prozent, weshalb Campact seit Monaten den Druck auf deren Bewerber Sandro Witt steigert, seine Ambitionen zurückzustellen.

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