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Auswärtiges Amt : Russischer Botschafter wegen Bundestags-Hackerangriffs zum Gespräch geladen

  • Aktualisiert am

Sergej J. Netschajew, Botschafter der russischen Föderation, spricht im Januar 2020 während einer Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Brückenkopfbildung. Bild: dpa

Es lägen „belastbare Beweise vor“ dass der Hauptverdächtige zum Zeitpunkt des Angriffs dem Militärischen Geheimdienst GRU angehört habe, teilte das Auswärtige Amt mit. Nun hat es Botschafter Sergej Netschajew zum Gespräch geladen.

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          Wegen der mutmaßlichen Verwicklung Russlands in den Hackerangriff auf den Bundestag vor fünf Jahren hat das Auswärtige Amt am Donnerstag den russischen Botschafter Sergej Netschajew zum Gespräch geladen. Außen-Staatssekretär Miguel Berger habe dabei den Hackerangriff „auf das Schärfste“ verurteilt, erklärte das Ministerium. Es lägen „belastbare Hinweise“ vor, dass der Hauptverdächtige russische Staatsangehörige Dmitrij Badin in dem Fall „zum Zeitpunkt des Angriffs dem Militärischen Geheimdienst GRU angehört hat“.

          Anfang Mai hatte der Generalbundesanwalt einen Haftbefehl gegen Badin beim Bundesgerichtshof erwirkt. Dem Auswärtigen Amt zufolge ist Badin „dringend tatverdächtig, als Mitglied der Gruppe APT28 für den Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag im April/ Mai 2015 verantwortlich zu sein“. 

          Dem russischen Botschafter sei zudem mitgeteilt worden, „dass sich die Bundesregierung in Brüssel für die Nutzung des EU-Cybersanktionsregimes gegen Verantwortliche für den Angriff auf den Deutschen Bundestag, darunter auch Herrn Badin, einsetzen wird“, erklärte das Ministerium weiter. 

          Im Frühjahr 2015 war gegen den Bundestag ein schwerer Hackerangriff verübt worden. Damals waren die Rechner mehrerer Abgeordnetenbüros betroffen, auch das Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Angreifer hatten sich Zugang zum Hauptserver verschafft und konnten über Wochen geschätzt 16 Gigabyte Daten ableiten. Um den Angriff zu stoppen, musste das Parlament über Tage vom Netz genommen werden. Damals machten die Sicherheitsbehörden die russische Hackergruppe ATP28 verantwortlich, die auch als „Fancy Bear“ bekannt ist und dem Militärgeheimdienst zugerechnet wird. Die Angreifer hatten sich mit E-Mails, die angeblich von den Vereinten Nationen kamen, Zugang zum Bundestags-Server verschafft.

          Badin soll bei dem Angriff eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die amerikanische Bundespolizei FBI fahndet schon seit zwei Jahren nach ihm wegen mehrerer Hackerangriffe, unter anderem auf die Demokratische Partei 2016 im amerikanischen Wahlkampf und auf die Welt-Doping-Agentur Wada. 

          Die Bundesregierung betrachte den Vorgang auch in Zusammenhang mit dem sogenannten Tiergarten-Mord und „behält sich weitere Maßnahmen ausdrücklich vor“, teilte das Auswärtige Amt zudem mit. Im August vergangenen
          Jahres war im Berliner Kleinen Tiergarten der Georgier Tornike K. erschossen worden. Unter Verdacht steht auch in diesem Fall ein Russe. 

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