https://www.faz.net/-gpf-ad33b

Deutscher Pass : Bundestag beschließt Einbürgerung von NS-Verfolgten und Nachfahren

  • Aktualisiert am

Frisch gebackene Deutsche: Mridula Singh, die aus Indien stammt, hielt am 23.01.2018 nach der Einbürgerungsfeier ihren Pass in die Kamera. Bild: dpa

Betroffene müssen lediglich nachweisen, dass ihre Vorfahren zwischen 1933 und 1945 in Deutschland verfolgt wurden oder zu Gruppen gehörten, die damals verfolgt wurden.

          1 Min.

          Die Verfolgten des Nazi-Regimes und deren Nachkommen haben künftig einen gesetzlichen Anspruch auf einen deutschen Pass. Der Bundestag verabschiedete am frühen Freitagmorgen eine entsprechende Reform des Staatsangehörigkeitsrechts mit großer Mehrheit.

          Nachfahren von NS-Opfern, die vor den Nazis ins Ausland geflüchtet waren, können damit ohne weitere Auflagen die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben.

          Entsprechende Erlasse des Innenministeriums aus dem Jahr 2019 werden damit auf eine gesetzliche Grundlage gestellt und großzügiger ausgestaltet als bisher. So war eine erleichterte Einbürgerung bisher nur möglich, wenn mindestens ein Elternteil vor dem 1. Januar 2000 geboren war. Diese Einschränkung fällt künftig weg. Damit reagiert die Politik auf entsprechende Forderungen von Betroffeneninitiativen.

          Anderer Staatsangehörigkeiten dürfen behalten werden

          Der Antrag auf Einbürgerung ist kostenlos, andere Staatsangehörigkeiten darf man behalten. Betroffene müssen lediglich nachweisen, dass ihre Vorfahren zwischen 1933 und 1945 in Deutschland verfolgt wurden oder zu Gruppen gehörten, die damals verfolgt wurden.

          Das kann Nachfahren von Juden oder von Sinti und Roma ebenso betreffen wie von psychisch Kranken oder politischen Gegnern der Nationalsozialisten.

          Weitere Themen

          Flucht vor dem politischen Chaos

          Migration aus Tunesien : Flucht vor dem politischen Chaos

          Die politische Lage in Tunesien könnte wieder mehr junge Menschen dazu bringen, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Offenbar verlassen auch immer mehr Akademiker das nordafrikanische Land.

          Topmeldungen

          Armin Laschet vor den Müllbergen im Hochwassergebiet Swisttal.

          F.A.Z. Frühdenker : Laschet hat einen schweren Stand im Hochwassergebiet

          Nachdem er es in Swisttal mit wütenden Bürgern zu tun hatte, reist Armin Laschet mit Olaf Scholz in ein weiteres Hochwassergebiet. Simone Biles tritt nach ihrer Pause in Tokio am Schwebebalken an. In Griechenland werden bis zu 47 Grad erwartet. Der F.A.Z. Frühdenker.
          Bloß nicht zu lange aufbewahren: Hier warten Geldscheine noch auf ihren richtigen Einsatz.

          Geldanlage : So trotzen Sie den Strafzinsen Ihrer Bank

          Negativzinsen auf Bankguthaben sind in der Mitte des Volkes angekommen. Sollten auch Sie nicht wissen, was Sie mit Ihrem schönen Geld stattdessen machen sollen, beflügeln Sie vielleicht diese Anregungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.