https://www.faz.net/-gpf-9i42h

Gelder aus den Golfstaaten : Auswärtiges Amt will offenbar Spenden für Moscheen überprüfen

  • Aktualisiert am

Die Sehitlik-Moschee in Berlin Bild: dpa

Viele Moscheen finanzieren sich nur über Gelder aus dem Ausland. Wo genau sie herkommen und wie hoch sie sind, ist oft ungeklärt. Nun will das das Auswärtige Amt Medienberichten zufolge ändern.

          Das Auswärtige Amt soll Saudi-Arabien, Kuweit, Qatar und andere Staaten darum gebeten haben, Spenden oder staatliche Zuwendungen an Moscheen und Moscheevereine in Deutschland zu melden. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, der „NDR“ und der „WDR“. Demnach wolle das Auswärtige Amt gemeinsam mit Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst Spender und Spendenempfänger untersuchen.

          Die betroffenen Länder sollen künftig die Überprüfung durch die deutschen Behörden abwarten, bevor sie Gelder an Moscheen entsenden. Jedoch gibt es keine rechtliche Möglichkeit, Zahlungen komplett zu unterbinden. Nach Informationen des Berichts gebe es auch Überlegungen, Steuerbehörden in den Prozess einzubinden. Diese sollten die Herkunft des Vermögens von Moscheen klären. Ebenso könnte die Einreise von radikalen Predigern aus dem Ausland unterbinden werden, heißt es in dem Bericht.

          Viele Moscheen in Deutschland finanzieren sich über Gelder aus dem Ausland und greifen auf Imame aus dem Ausland zurück. Der größte Moschee-Verein Ditib entsendet beispielsweise Imame aus der Türkei nach Deutschland.

          Zuletzt hatte deshalb die liberale Muslima Seyran Ates eine Debatte über eine Moschee-Steuer in Deutschland, wie der Kirchensteuer für katholische und evangelische Kirche, angestoßen. Ates favorisiert eine freiwillige Sozialabgabe, wie es die fünf Säulen im Islam vorsehen. Sie sagte am Donnerstagmorgen dem ARD-„Morgenmagazin“: „Man könnte dieses Modell nehmen, das ist nämlich eine Pflicht der Muslime.“ Das Bundesinnenministerium sieht dagegen eine Moschee-Steuer als „mögliche Lösung“.

          Weitere Themen

          Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus Video-Seite öffnen

          Künftige Justizministerin : Lambrecht warnt vor Rechtsextremismus

          Der „unfassbare Mord“ an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeige, dass die Verteidigung des Rechtsstaates aktueller denn je sei, sagte die SPD-Politikerin Christine Lambrecht, die von der Parteiführung als kommende Justizministerin vorgestellt wurde.

          Der Kampf gegen die Braunkohle Video-Seite öffnen

          Aktivisten von „Ende Gelände“ : Der Kampf gegen die Braunkohle

          Im rheinischen Braunkohlerevier stehen die Zeichen dieser Tage auf Protest. Aktivisten der Initiative „Ende Gelände“ haben zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. Nun hat sich auch die Schülerbewegung „Fridays for Future“ mit „Ende Gelände“ solidarisiert.

          Topmeldungen

          Wirft hin: Patrick Shanahan wird nicht amerikanischer Verteidigungsminister.

          Rückzug von Shanahan : Keine Ruhe im Pentagon

          Mitten in der Iran-Krise verliert Donald Trump seinen amtierenden Verteidigungsminister. Der Wunschkandidat des Präsidenten hat sich zurückgezogen – wegen eines „traumatischen Kapitels“ in seinem Familienleben.
          Der 22 Jahre alte Ali B. dementiert weiterhin die Vergewaltigung von Susanna F.

          Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.