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Cyber-Agentur gegründet : „Meilenstein zum Schutz unserer IT-Systeme“

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer: Gemeinsam mit Innenminister Horst Seehofer hat sie die neue Cyber-Agentur ins Leben gerufen. Bild: dpa

Eine neue Bundesagentur soll die Cybersicherheit in Deutschland stärken. Angriffe soll sie allerdings nicht selbst ausführen oder abwehren – sondern erforschen, wie sich neue Entwicklungen auf die Sicherheitslage auswirken.

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          Die Ministerien für Inneres und für Verteidigung haben gemeinsam die „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“ gegründet, die ihren Sitz im Raum Halle/Leipzig nehmen wird und die vor allem neue digitale Entwicklungen darauf hin prüfen soll, welche Konsequenzen sie für Verteidigung und die innere Sicherheit haben können. Die Agentur soll bis zu 100 Stellen haben und nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ein „Meilenstein zum Schutz unserer IT-Systeme“ werden.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Agentur soll weder selbst Cyberangriffe ausführen oder abwehren, noch soll sie selbst neue digitale Entwicklungen erforschen, die Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Sie soll aber einen Überblick über die wissenschaftliche Entwicklung haben und dort aktiv werden, wo sie besondere Gefahren oder Potentiale sieht.

          In Region im Strukturwandel angesiedelt

          Ihr erster Forschungsdirektor, Christoph Igel, sagte, die Agentur werde „die Aufgabe haben, Forschung zu Themen der Cybersicherheit zu stimulieren, zu finanzieren, zu koordinieren“. Außerdem müsse die Agentur erkennen können, wo durch die digitale Entwicklung neue Sicherheitslücken entstünden, und dann Projekte vergeben, um diese zu schließen.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, die Agentur, die ihren ersten Sitz in Halle hat, später jedoch an den Flughafen Halle/Leipzig verlegt werden soll, sei gezielt in einer Region angesiedelt worden, die wegen der Einstellung des Braunkohleabbaus einen Strukturwandel erlebt. Dies sei „gelebte Heimatpolitik“. Die Beschäftigten der Agentur werden jedoch zu großen Teilen nicht aus der Region kommen.

          Zusammenarbeit mit 360 Hochschulen geplant

          Igel sagte, die Agentur werde sich bemühen, „die besten Köpfe zu gewinnen“. Die Cyber-Agentur könne etwas bieten, was es an anderen Standorten in Deutschland nicht gebe: den Einblick in Institutionen, Tätigkeitsfelder und Anwendungen in der inneren und äußeren Sicherheit.

          Bis zum Jahr 2023 stehen der neuen Agentur für ihre Arbeit 350 Millionen Euro zur Verfügung. Der Forschungsdirektor gibt an, nun müssten in den Ministerien für Inneres und für Verteidigung erst einmal „Bedarfe identifiziert“ werden für Gegenstände der Cyber-Sicherheitsforschung, anschließend müssten daraus Forschungsvorhaben abgeleitet werden. Seine Agentur wolle dabei mit den 360 Hochschulen in Deutschland zusammenarbeiten.

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