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Bundespräsidentenwahl : Merkel verhandelte angeblich mit Grünen über Gauck-Nachfolge

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Gespräch mit dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne) im Juli Bild: dpa

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung umwirbt die Kanzlerin bei der Suche nach einem Bundespräsidenten zwei prominente Grünen-Politiker. Merkel soll schon mit ihnen gesprochen haben.

          Bei der Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten umwirbt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Informationen der „Bild“-Zeitung auch die Grünen. Wie das Blatt in seiner Mittwochsausgabe berichtet, hat die CDU-Vorsitzende sowohl mit Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt als auch mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann über eine mögliche Kandidatur für die Nachfolge von Joachim Gauck gesprochen.

          Ein Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion sagte FAZ.NET: „Das ist Quatsch. Warum auch immer solche Spekulationen in die Welt gesetzt werden, es gilt: Katrin Göring-Eckardt will die Grünen in die Bundestagswahl führen.“ Ein Sprecher Kretschmanns wollte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nicht zu dem Bericht äußern. „Zu Spekulationen geben wir kein Statement ab“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Kretschmann selbst hatte zuvor erklärt: „Dass mein Name im Gespräch ist, ehrt mich natürlich. Aber ich strebe dieses Amt nicht an.“

          Dagegen äußerte sich die Grünen-Vorsitzende Simone Peter gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch): Sie halte den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann für einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Sie sei aber skeptisch, ob die CSU einen Grünen-Kandidaten mittragen würde. „Aber wir würden einen grünen Bundespräsidenten Kretschmann natürlich favorisieren.“ Peter und Kretschmann sind in vielen politischen Fragen uneins, etwa bei der Vermögensteuer.

          Kommenden Freitag treffen sich Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel, um abschließend darüber zu beraten, wer bei der Wahl am 13. Februar 2017 als gemeinsamer Kandidat der Koalitionsparteien antreten soll. Beim Treffen der Parteichefs am vergangenen Sonntag hatte Merkel laut „Bild“-Zeitung Gabriel eine Liste mit möglichen Kandidaten mitgegeben. Darauf stünden auch die Namen Göring-Eckardt und Kretschmann.

          Dass Merkel und Kretschmann einander schätzen, ist seit langem bekannt. Von Zeit zu Zeit treffen die beiden sich. Kretschmann, der in Baden-Württemberg eine Koalition mit der CDU führt, ist ein großer Befürworter eines schwarz-grünen Bündnisses, Merkel gilt als dafür aufgeschlossen. Erst kürzlich lobte Kretschmann die Kanzlerin. Über eine mögliche abermalige Kandidatur Merkels sagte er in der ARD: „Das fände ich sehr gut.“ Er kenne auch niemanden, „der diesen Job besser machen könnte als sie“. Vorbehalte gegen eine schwarz-grüne Koalition im Bund und Kritik an Kretschmanns überschwänglichem Kanzlerinnenlob gibt es jedoch in der Parteilinken der Grünen.

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