https://www.faz.net/-gpf-6y5cs

Bundespräsidentenwahl : Klarsfeld hatte Aktionen gegen Kiesinger mit DDR besprochen

  • Aktualisiert am

1968 im Bonner Bundestag: Beate Klarsfeld beschimpft Kanzler Kiesinger von der Zuschauertribüne aus. Neben ihr ein Saaldiener. Bild: dpa

Beate Klarsfeld, die Kandidatin der Linkspartei für das Bundespräsidentenamt, hatte ihre Aktionen gegen den damaligen Bundeskanzler Kiesinger mit der DDR-Führung besprochen. Klarsfeld war 1968 nach Ostberlin gereist, um über „Aktionen“ zu beraten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

          1 Min.

          Die Aktionen gegen den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), mit denen die von der Linkspartei für das Bundespräsidentenamt nominierte Beate Klarsfeld berühmt geworden ist, waren mit der DDR-Regierung besprochen und von dieser unterstützt.

          Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S.) berichtet, reiste die „Nazi-Jägerin“ Beate Klarsfeld zu diesem Zweck im April 1968 nach Ostberlin, um sich mit dem Nationalrat „über die Vorbereitung einiger Aktionen gegen Kiesinger zu beraten und entsprechende Unterstützung zu erhalten.“

          SED-Chef Walter Ulbricht wies den DDR-Nationalrat bald darauf an, „Frau Klarsfeld jede sachdienliche Hilfe zu gewähren.“ Die Hilfe für Frau Klarsfeld bestand, anders als von ihr gewünscht, letztlich nicht in finanzieller Unterstützung, sie wurde jedoch mit Material für ihre Öffentlichkeitsarbeit versorgt.

          Die Kandidatin der Partei „Die Linke“, Beate Klarsfeld

          Das für die Unterstützung von Frau Klarsfeld zuständige Mitglied des SED-Politbüros, Albert Norden, war zuständig auch für die antiisraelische DDR-Propaganda. Die Solidarität mit Israel ist ein zentrales Anliegen von Frau Klarsfeld. Ebenso war bekannt, dass auch im ostdeutschen Staatsapparat zahlreiche ehemalige Nazis in hohen Ämtern standen.

          Nach Einschätzung Nordens war Klarsfeld dennoch militant antifaschistisch. „Ihre politischen Aktivitäten reduziert sie allerdings ausschließlich, das aber mit aller Vehemenz, gegen Kiesinger, aufgrund seiner Nazivergangenheit.“

          Weitere Themen

          Große Mehrheit für Rot-Grün in Hamburg

          Bürgerschaftswahl : Große Mehrheit für Rot-Grün in Hamburg

          In den Prognosen liegt die SPD mit großem Abstand vorn. Die Grünen verdoppeln ihr Ergebnis. Die CDU verliert, FDP und AfD müssen um den Verbleib in der Bürgerschaft bangen. Rot-Grün hätte eine große Mehrheit.

          Sanders gewinnt deutlich Video-Seite öffnen

          Demokraten-Vorwahlen in Nevada : Sanders gewinnt deutlich

          Mit einem eindeutigen Sieg bei der Vorwahl der Demokraten in Nevada hat der linksgerichtete Senator Bernie Sanders seine Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur weiter ausgebaut.

          Norwegens Plan gegen verbrannte Erde

          Die letzten Kriegswochen : Norwegens Plan gegen verbrannte Erde

          Die norwegische Exilregierung sucht mit Anweisungen an die Bürger, Zerstörungen der deutschen Besatzer vor ihrer Niederlage zu verhindern. In München feiert die NSDAP ein letztes Mal sich selbst. Der 24. Februar 1945 in der F.A.Z.-Chronik.

          Topmeldungen

          Bürgerschaftswahl : Satte Mehrheit für Rot-Grün in Hamburg

          In den Prognosen liegt die SPD mit großem Abstand vorn. Die Grünen verdoppeln ihr Ergebnis. Die CDU verliert, FDP und AfD müssen um den Verbleib in der Bürgerschaft bangen. Rot-Grün hätte eine komfortable Mehrheit.

          Coronavirus : Warum es Italien so schwer erwischt hat

          In Italien steigt die Zahl der Infektionsfälle täglich. Teile des Landes stehen unter Quarantäne, Verstöße werden strafrechtlich geahndet. Venedigs Karneval ist abgesagt, Profi-Fußballspiele fallen aus, die Mailänder Scala ist zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.