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Steinmeier ernennt Minister : Bundespräsident fordert, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen

  • Aktualisiert am

Das neue Bundeskabinett nach der Ernennung im Schloss Bellevue. Bild: Matthias Lüdecke

Frank-Walter Steinmeier ernennt die künftigen Bundesminister im Schloss Bellevue. In seiner Ansprache formuliert er noch mehrere Botschaften an das Kabinett.

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          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Ernennung des neuen Kabinetts die Regierung aufgefordert, verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückzugewinnen. „Es ist gut, dass die Zeit der Ungewissheit und Verunsicherung vorbei ist“, sagte Steinmeier am Mittwoch im Schloss Bellevue bei der Ernennung der Regierungsmitglieder. „Es ist gut, dass drei Parteien bereit und willens sind, Regierungsverantwortung zu übernehmen.“

          Diese erneute große Koalition aus CDU, CSU und SPD habe denselben Kredit verdient wie alle vorherigen Bundesregierungen, sagte der Bundespräsident. „Eine erneute Verständigung auf diese Konstellation verwirkt nicht den Anspruch, zunächst einmal ernst genommen zu werden - mit dem Ziel, Gutes für das Land zu bewirken.“

          Dennoch sei eine abermalige große Koalition „keine Selbstverständlichkeit“, fügte Steinmeier hinzu. „Es stimmt ja, die Parteien, die jetzt miteinander regieren werden, haben in der letzten Bundestagswahl Stimmen verloren. Schon deshalb gilt: Um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wird ein schlichter Neuaufguss des Alten nicht genügen.“

          „Wir brauchen offene und ehrliche Debatten“

          Diese Regierung müsse sich „neu und anders“ bewähren. „Bewähren nicht nur an der Größe der Aufgaben, sondern auch im Umgang mit Parlament und Öffentlichkeit - ganz besonders im direkten Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern - gerade mit denen, die Vertrauen verloren haben“, mahnte das Staatsoberhaupt die alten und neuen Koalitionspartner.

          Die Regierung sei gut beraten, gerade bei den alltäglichen Konflikten im Land „genau hinzuhören und hinzuschauen“. Dabei gehe es etwa um „Gerechtigkeitsfragen, Flüchtlingspolitik und Migration, Integration und Heimat“, sagte Steinmeier. „Über all das brauchen wir offene und ehrliche Debatten.“

          Das legitime Debattenspektrum ende „nicht an den Außengrenzen der Regierungsmeinung“. Grenzen ziehe „das Grundgesetz, ziehen menschlicher Anstand und Respekt“, stellte der Bundespräsident klar. „Wo sie missachtet, sogar verachtet werden - durch Bedrohung, Hass und Gewalt, auch in der Sprache - da müssen Demokraten wachsam und bereit sein, sich zu zeigen und Demokratie zu schützen.“

          Die neue Regierung sehe einer „wachsenden Polarisierung“ ins Auge. Die spiele sich nicht nur an der Essener Tafel ab, sondern landesweit, fügte Steinmeier mit Bezug auf die Kontroverse um einen Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hinzu.

          Nach seiner Ansprach händigte Steinmeier den Ministern des neuen Kabinetts ihre Ernennungsurkunden aus. Zuvor hatte er bereits Kanzlerin Angela Merkel ernannt.

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