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Bundespräsident : Der Weihnachtsmann, die Würde des Amtes und die Wahrheit

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„Besser die Wahrheit“ Bild: dapd

Einschlägige Äußerungen Christian Wulffs. Eine Auswahl.

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          „Wer an Zufälligkeiten glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.“

          Über die anonyme Anzeige „Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein“ kurz vor der Landtagswahl 1998. Wulff, der Schröder unterlag, forderte Aufklärung, ob die mehrere hunderttausend Mark teuere Aktion von Unternehmern finanziert worden sei, die mit Schröder verbunden seien oder sich von ihm Vorteile erhofften. Carsten Maschmeyer gab zu, die Anzeige finanziert zu haben. Schröder wurde später Kanzler.

          „Ich glaube, es ist die völlig fehlende Distanz zu Sachen, zu Personen, zu Dingen, die man in der Politik braucht, also eine Grundsensibilität, dass man Dienstliches und Privates relativ strikt trennt, dass man fließende Übergänge mit äußerster Vorsicht behandelt... Es darf gar nicht erst zur Korruption kommen, sondern es muss der Anschein von Korrumpierbarkeit, von Abhängigkeiten, von Sponsoring von Politik und Politikern vermieden werden. Das ist hier alles völlig fließend, und das über Jahrzehnte in der Heimatstadt des Ministerpräsidenten mit seinem ihm eigenen Umfeld. Das ist eine schwere Belastung, und aus dem hat er sich nie gelöst. Deswegen fehlen ihm eigentlich die Voraussetzungen – ich würde es hart formulieren wollen –, letztlich auch die Voraussetzungen für die Würde des Amtes des Ministerpräsidenten. Er ist der falsche Mann am falschen Platz.“

          Am 26. November 1999 im Deutschlandfunk über mögliche Gründe dafür, dass sich Ministerpräsidenten Glogowski (SPD) seine Hochzeitsfeier von Unternehmen finanzieren ließ; Glogowski trat zurück.

          „Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“

          Zur „Flugaffäre“ des Bundespräsidenten Rau (SPD) im Jahr 2000; Wulff forderte Raus Rücktritt, Rau blieb.

          „Besser die Wahrheit“

          Titel eines Interview-Buches mit Christian Wulff, 2007, für das Carsten Maschmeyer Anzeigen finanziert haben soll.

          „Wer zur Elite eines Landes gehören will, muss auch Vorbildfunktion und Verantwortung übernehmen – ohne Wenn und Aber“.

          Auf dem Bankentag am 31. März 2011 in Berlin.

          „Das Versagen von Eliten bedroht langfristig den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, in der Gesellschaft. Wer sich zur Elite zählt und Verantwortung trägt, darf sich eben auch nicht in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschieden.“

          Am 24. August 2011 vor Wirtschaftsnobelpreisträgern in Lindau.

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