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Illegale Einreise : Bundespolizei greift immer mehr Eritreer auf

Eine Kontrollstelle der Bundespolizei auf der Autobahn A3 kurz hinter der deutsch-österreichischen Grenze nahe Pocking im Landkreis Passau Bild: dpa

Seit März ist die Zahl der Menschen, die unerlaubt in die Bundesrepublik einreisen, rückläufig. Gleichzeitig steigt der Anteil derjenigen, die auf dem wohl gefährlichsten Weg nach Europa kommen – über die Mittelmeerroute.

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          Die Bundespolizei greift immer mehr Eritreer bei der illegalen Einreise nach Deutschland auf. Ihre Anzahl stieg auf knapp 680 Personen im November; sie bilden damit mittlerweile die größte Gruppe der an deutschen Grenzen aufgegriffenen unerlaubt eingereisten Personen. Die Zahl der Syrer ging im November hingegen weiter zurück auf 340 Personen. Noch im Januar und Februar waren es 6900 beziehungsweise 10.100 Syrer gewesen. Rückläufig ist auch die Anzahl der aufgegriffenen Afghanen, sie betrug nach Angaben der Bundespolizei im November 480 Personen (im Januar waren es 5900 gewesen).

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Insgesamt griff die Bundespolizei bis Ende November in diesem Jahr rund 106.000 Personen bei der illegalen Einreise nach Deutschland auf. Seit März sind die Zahlen stark rückläufig. Im November waren es rund 5300 Personen, im Januar und Februar dagegen 23.600 beziehungsweise 25.500 Personen. Vor allem der Anteil derjenigen, die über die Grenze zu Österreich einreisten, ging zuletzt deutlich zurück auf im November rund 2200 Personen – im Januar waren dort rund 21.300 Personen aufgegriffen worden.

          Die Zahlen lassen zwar Rückschlüsse auf die Entwicklung der Anzahl der einreisenden Asylsuchenden zu. Doch sind nach Angaben der Bundespolizei nicht alle der bei der illegalen Einreise aufgegriffenen Personen Asylsuchende. Auch reisen viele Personen illegal nach Deutschland ein, ohne von der Bundespolizei aufgegriffen zu werden. Die Anzahl der Asylsuchenden ist daher zumeist höher als jene der aufgegriffenen Einreisenden. Nur an Teilen der Grenze zu Österreich führt die Bundespolizei Kontrollen durch, andernorts – etwa an der Grenze zur Schweiz – gibt es Schleierfahndung.

          Eritreer bilden nach Personen aus Nigeria die zweitgrößte Gruppe der Migranten, die in diesem Jahr über das Mittelmeer nach Italien kamen. Das geht aus Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hervor. Die aktuellen Zahlen der Bundespolizei deuten daher darauf hin, dass der Anteil der Migranten, die über die Mittelmeerroute nach Deutschland kommen, steigt, während der Anteil derjenigen, die über die Balkan-Route kommen, weiter zurückgeht.

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