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Bundesparteitag in Berlin : Die FDP berauscht sich an „Barbie und Ken“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner applaudiert der neuen Generalsekretärin Linda Teuteberg nach deren Rede auf dem Bundesparteitag in Berlin Bild: EPA

Auf dem FDP-Parteitag wärmt die neue Generalsekretärin Linda Teuteberg in ihrer Rede die liberale Seele. Das neue Führungsduo erfreut die Partei sichtlich.

          2 Min.

          Die neue FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hat gleich nach ihrer Wahl ein Beispiel gesetzt, indem sie mit einer kaum staunenswerten Rede erstaunlichen Beifall von 600 FDP-Parteitagsdelegierten erntete. Dass Teuteberg als Nachfolgerin von Nicola Beer, welche die FDP als Spitzenkandidatin in die Europawahl führen soll, die richtige Personalentscheidung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner darstellte, zeigte sich schon durch ihr Wahlergebnis: Knapp 93 Prozent der Delegierten stimmten für sie, das war ein höheres Ergebnis als jenes, das Lindner bei seiner eigenen Wiederwahl (knapp 87 Prozent) verbuchen konnte. Dabei konnte der Parteivorsitzende das Votum für Teuteberg indirekt immerhin auch als Zustimmung für sich werten. Denn es war ja Lindners erklärtes Ziel, durch die einzige personelle Neuerung, über die der Bundesparteitag zu befinden hatte, die sichtbare FDP-Führungsriege zu vergrößern. Das gelang ihm zumindest im Urteil der FDP-Delegierten so überzeugend, dass in der Halle alsbald der – vielleicht boshaft klingende, aber liebevoll gemeinte – Doppelspitzname „Barbie und Ken“ für das erneuerte Führungsduo kursierte.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die neue Generalsekretärin trug in ihrer Antrittsrede das liberale Freiheitscredo in allen Facetten vor. Auch sie widmete sich, wie Lindner, ausführlich der Klimapolitik und beteuerte, es sei nicht so, dass die FDP „grüner“ werden müsse, vielmehr müsse die Klimapolitik „vernünftiger und offener“ werden. Teuteberg wandte sich gegen staatliche Festlegungen beim Klimaschutz und auf anderen Gebieten: Wettbewerb sei „auch in Politik und Gesellschaft das beste Entdeckungsverfahren“. Nach solchen Sätzen wurde ihre Rede stets sofort von Beifall unterbrochen.

          Teuteberg bemühte sich um programmatische Vollständigkeit. In der Bildungspolitik forderte sie ein zweites Bildungssystem für Erwachsene, in der Sozialpolitik ein „nachhaltig finanziertes Rentensystem“, in der Innenpolitik eine bessere Ausstattung von Polizei und Justiz, für die neuen Länder lehnte sie Sonderprogramme ab. Hinter ihrer Programmdeklination schimmerte allerdings gelegentlich eine Leidenschaft für grundsätzliche Anschauungen der FDP durch, die womöglich wichtiger war für den dankbaren Beifall, den der Parteitag ihr spendete. Teuteberg sprach durchaus häufig von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, und sie sagte, „wir wollen verstehen, warum Wandel für viele Menschen heute nicht nach Verheißung klingt, sondern eher nach der nächsten Sturmflut“.

          Über ihre eigene ostdeutsche Herkunft verlor sie nicht viele Worte, obwohl sie eine Bedeutung haben wird für ihr Engagement in der FDP und eine besondere Schule gewesen sein mag für jemanden, der Selbstvertrauen und Eigenverantwortung für die wichtigsten Antriebskräfte hält. Aber über die gegenwärtige Debatte, ob die ostdeutschen Länder noch immer benachteiligt seien, äußerte sich Teuteberg schon. Sie warnte vor „ungerechtfertigter Jammerei“ und vor „Geschichtsklitterung“, gab aber an, viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Änderungen träfen den Osten härter und schneller als die westdeutschen Länder. Daher brauche es dort auch rascher wirksame politische Entscheidungen.

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