https://www.faz.net/-gpf-aei8e

Bundesinnenministerium : Weniger Angriffe auf Muslime

  • Aktualisiert am

Die Ditib Moschee in Köln-Ehrenfeld ist am Morgen beleuchtet, dahinter ist der Kölner Fernsehturm (M) zu sehen. Bild: dpa

Zwischen April und Juni wurden 99 islamfeindliche Straftaten verzeichnet, nach 113 und 220 in den vorherigen Quartalen. Die Linke will noch keinen Trend erkennen.

          1 Min.

          Die Zahl der Angriffe auf Muslime und Moscheen in Deutschland ist deutlich gesunken. Von April bis Juni seien insgesamt 99 islamfeindliche Straftaten verzeichnet worden, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) unter Berufung auf eine Anfrage aus der Linksfraktion. Damit habe sich der rückläufige Trend aus dem ersten Quartal fortgesetzt, in dem die Behörden 113 Übergriffe verzeichnet hätten. Im letzten Quartal 2020 seien es laut Bundesministerium noch 225 islamfeindliche Delikte gewesen.

          Dem Bericht zufolge richteten sich von April bis Juni sechs Taten gegen Moscheen oder andere Religionsstätten. Bei den Attacken seien drei Menschen verletzt worden.

          Die Innenexpertin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, nannte den Rückgang „eine erfreuliche Entwicklung, wobei noch völlig offen ist, wie es zu dieser plötzlichen Kehrtwende seit Anfang des Jahres gekommen ist“. „Es erscheint mir verfrüht, hier von einem verfestigten Trend auszugehen oder gar Entwarnung zu geben“, sagte sie der Zeitung. Nur die gemeldeten Straftaten seien in der Statistik enthalten, während die Dunkelziffer erfahrungsgemäß hoch sei. So würden Straftaten von der Polizei teils nicht als islamfeindlich erkannt, oder die Betroffenen würden sich aus Scheu oder Misstrauen gegenüber den Behörden gar nicht erst an die Polizei wenden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Marco Buschmann (FDP), designierter Bundesjustizminister

          Buschmann contra Kretschmer : An den Grenzen der Autorität

          Seine Kritiker verbreiten angeblich „fake news“ und einen Ministerpräsidenten behandelt er wie einen Dilettanten und Querdenker. Was ist los mit Marco Buschmann?
          Warten auf den Corona-Test: Norwegische Studenten harren am Montag am Flughafen von Johannesburg vor ihrem Flug nach Amsterdam aus.

          Neue Corona-Variante : Wie gefährlich ist Omikron?

          Erste Ausbrüche in Europa verstärken die Sorge, die neue Corona-Mutante könnte noch gefährlicher sein als die bisherigen Varianten. Zu Recht? Noch mangelt es an klinischen Daten, aber einiges lässt sich inzwischen schon über Omikron sagen.