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Bundesfreiwilligendienst : „Wir müssen mobilisieren“

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Michael Rabo, einer der ersten „Bufdis”, tritt seinen Dienst bei der Diakonie Württemberg in Heilbronn an Bild: dpa

Am heutigen Freitag startet der Bundesfreiwilligendienst, der den Zivildienst ersetzen soll: Beim Werben für den neuen Dienst gibt es allerdings Nachholbedarf. Die Politik spricht von einem „etwas holprigen Start“.

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          Mit der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland ist am Freitag auch der neue Bundesfreiwilligendienst gestartet. Er soll im sozialen Sektor die Lücken schließen, die durch den Wegfall des Zivildienstes entstehen. Das Bundesfamilienministerium wies erneut Kritik zurück, wonach der Start des Dienstes nicht ausreichend vorbereit worden sei. Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne) sprach von einem „etwas holprigen Start“. „Es ist ein bisschen schnell gegangen“, sagte sie dem Radiosender SWR2 am Freitag.

          Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues (CDU), gestand am Morgen im ZDF ein: „Natürlich ist es sehr schnell gegangen, gar keine Frage.“ Doch seien die Träger der Dienste seit dem Frühjahr informiert, kurz darauf sei auch die Anwerbung von Interessenten gestartet.

          „Wir müssen mobilisieren“

          Beim Werben für den neuen Dienst seien die Einsatzstellen wie auch die Politik gefordert. „Wir müssen mobilisieren“, sagte Kues. Zum Start gibt es nach Angaben des Ministeriums bundesweit rund 17.300 Freiwillige in dem neuen Dienst. Darunter sind etwa 14.300 ehemalige Zivildienstleistende, die ihren Dienst über den 30. Juni hinaus verlängert haben.

          Bis Ende Juni waren noch 19.700 Zivis im Dienst. Im vorigen Jahr waren es insgesamt rund 78.000, im Jahr zuvor 90.000. Die Bundesregierung rechnet ab 2012 mit 35.000 Bundesfreiwilligen pro Jahr. Nach den Worten der rheinland-pfälzischen Ministerin Alt gibt es in ihrem Bundesland derzeit keine Lücken bei der Versorgung im sozialen Bereich. Grund sei, dass viele Zivildienstleistende ihren Dienst verlängert hätten. So gebe es eine Übergangsphase bis Dezember, in der für die freiwilligen Dienste geworben werden müsse. Im Mai hatte die Bundesregierung eine Kampagne für den neuen Dienst gestartet.

          Nur wenige Frauen freiwillig bei der Bundeswehr

          Auch der freiwillige Wehrdienst ist an diesem Freitag gestartet: Unter den rund 3400 Freiwilligen, die zum 1. Juli ihren Dienst bei der Bundeswehr antreten, sind nur 44 Frauen. Das entspricht nur gut einem Prozent. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Freitag insgesamt 13 916 Freiwillige für den neuen bis zu 23-monatigen Wehrdienst angeworben. 5700 wurden allerdings noch aus den Wehrpflichtigen rekrutiert, die ihren Dienst über die bisher sechs Monate hinaus verlängerten. Die Wehrpflicht ist seit Freitag Geschichte.

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