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„Wenn Ihr das wollt“ : Olaf Scholz will SPD-Vorsitzender werden

  • Aktualisiert am

Sucht nach einer Tandempartnerin für eine Kandidatur: Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz Bild: dpa

Als Andrea Nahles als Vorsitzende das Handtuch warf, wollte Olaf Scholz noch nicht SPD-Chef werden. Jetzt hat er seine Meinung geändert.

          Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat angekündigt, für den Vorsitz seiner Partei zu kandidieren. „Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt“, sagte Scholz nach Informationen der Zeitschrift „Spiegel“ am Montag in einer Telefonkonferenz mit den ­Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel. ­

          Widerspruch regte sich in der Schalte demnach nicht. Wie der „Spiegel“ weiter schreibt, sondiere Scholz seitdem im Hintergrund das Feld und suche eine Tandempartnerin, mit der er als Doppelspitze antreten könne.

          Scholz hatte im Juni nach dem Rücktritt seiner Vertrauten Andrea Nahles erklärt, er stehe aus zeitlichen Gründen nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung. Die Kehrtwende des Finanzministers ist auch auf darauf zurückzuführen, dass bislang niemand aus der ersten Reihe kandidieren wollte und zuletzt in der Parteispitze die Sorge vor einem weiteren Absturz der SPD wuchs.

          Der 61-jährige Scholz ist einer der entschiedensten Befürworter der großen Koalition und auch deshalb eine Reizfigur für den linken Flügel und die Jusos. In der Partei wird für möglich gehalten, dass Scholz’ Schritt andere Kandidaturen nach sich zieht.

          Bislang haben fünf Duos ihre Absicht erklärt, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September. Im Anschluss müssen sich die Kandidaten auf 23 Terminen in den Landesverbänden vorstellen. Im Oktober wählen die rund 430.000 SPD-Mitglieder die neue Parteispitze.

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