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Frühere Bundesrichter : Tief verstrickt in NS-Verbrechen

Fragwürdige Ehrung: „Ahnengalerie“ im Bundesarbeitsgericht in Erfurt Bild: Axel Hemmerling

Das Bundesarbeitsgericht hat seine Vergangenheit nie aufarbeiten lassen. Jetzt zeigt sich: Etliche seiner Richter hatten in der NS-Zeit Todesurteile zu verantworten oder sich auf andere Weise schwer belastet.

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          Als Ferdinand Hans erwischt wird, gesteht er. Weil wegen des Krieges Personalmangel herrscht, ist der Postfacharbeiter oft allein dafür zuständig, die eingelieferten Pakete zu sortieren. Immer wieder stiehlt er aus den Sendungen: Schmuck, Tabak, Lebensmittel, Socken, einen Fliegerdolch. Angeklagt wird er wegen Postraubs „in etwa 80 bis 100 Fällen“. Erschwerend wertet das Sondergericht Mannheim, dass Hans auch mindestens zwei Feldpostpäckchen geöffnet hat.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Wer in dieser Weise sich verhält und mit seinem Handeln eine derartige Gefahr bedeutet, zeigt mit aller Deutlichkeit seine feindliche Einstellung gegenüber der im Kriege befindlichen Volksgemeinschaft und ist ein Volksschädling“, schreibt Richter Willy Martel in das Urteil. „Zur wirksamen Abschreckung und gerechten Sühne ist daher nach gesundem Volksempfinden unter Überschreitung des regelmäßigen Strafrahmens die Todesstrafe erforderlich.“

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