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Oktoberfest-Attentat : Es war ein rechtsextremer Einzeltäter

Spurensicherung nach dem Anschlag beim Münchner Oktoberfest im September 1980 Bild: dpa

Der Anschlag auf das Oktoberfest vor 40 Jahren war die Tat eines rechtsextremen Einzeltäters. Heute wird hingeschaut. Das System funktioniert.

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          Der Münchner Oktoberfest-Mord eine Tat von Rechtsextremisten“ – so titelte die F.A.Z. Ende September 1980 unmittelbar nach dem Anschlag, bei dem 13 Menschen getötet und zahlreiche schwer verletzt wurden. Der Attentäter, der selbst ums Leben kam, hatte Kontakte zur rechtsterroristischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ – doch sechs von deren Mitgliedern wurden schon bald aus der Untersuchungshaft entlassen. Nun, vierzig Jahre später, hat der Generalbundesanwalt nach vor bald sechs Jahren wieder aufgenommenen Ermittlungen in akribischer Arbeit klargestellt: Der Attentäter war offenbar ein rechtsextremistischer Einzelgänger.

          Schlimm genug. Dass neue Hinweise auf mögliche bislang unbekannte Mitwisser sich auch nach umfangreichen weiteren Beweiserhebungen nicht bestätigt haben, ändert nichts an der damals schon bestehenden terroristischen Bedrohung von rechts. Die wurde auch seinerzeit durchaus gesehen, auch im Verfassungsschutz, stand aber im Schatten des Linksterrorismus.

          Das ist heute anders – nach der Blutspur der NSU-Morde, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke und des Anschlags auf die Synagoge von Halle. Gerade die Bundesanwaltschaft zieht freilich schon seit vielen Jahren immer wieder Fälle rechtsextremer Gewalt wegen ihrer besonderen Bedeutung an sich. Nicht nur die Karlsruher Tätigkeit zeigt: Es wird nicht weggeschaut. Das System funktioniert.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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