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Salafistenprediger : Bundesanwaltschaft lässt Sven Lau festnehmen

  • Aktualisiert am

Sven Lau spricht während einer Veranstaltung in Köln (Juni 2012). Bild: dpa

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Salafistenprediger Sven Lau vor, eine Terrororganisation in Syrien unterstützt zu haben. Deshalb hat sie ihn nun festnehmen lassen.

          Die Bundesanwaltschaft hat den vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven Salafisten-Prediger Sven Lau wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Ihm werde vorgeworfen, 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation „Jaish al-muhajirin wa-l-ansar“ (Jamwa) tätig gewesen zu sein, erklärte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe: „Er ist daher dringend verdächtig, in vier Fällen eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.“ Spätestens seit Mitte 2013 sei die Jamwa „eng an die Terrororganisation ’Islamischer Staat Irak und Großsyrien’ (IS) angebunden“.

          Nach der Spaltung der Jamwa („Armee der Auswanderer und Helfer“) Ende 2013 habe sich der von Lau unterstütze Jamwa-Flügel der IS-Miliz angeschlossen. „Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen war Sven L. eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er soll als Bindeglied zur Jamwa in Syrien fungiert und mit einem dortigen deutschen Konvertiten in engem Kontakt gestanden haben.

          Konkret wirft die Bundesanwaltschaft dem 35-jährigen deutschen Staatsbürger vor, zwei Dschihaddisten an eine Jamwa-Kampfeinheit in Syrien vermittelt zu haben. Außerdem habe er im September 2013 einem der Kämpfer in Syrien persönlich 250 Euro überbracht und im Auftrag der Jamwa in Deutschland drei Nachtsichtgeräte besorgt. Lau werde noch im Tagesverlauf dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

          Lau gilt als eine der führenden Personen der islamistischen Szene in Deutschland. Laut Verfassungsschutz ist er ein „ideologisches Bindeglied“ zwischen salafistischen Netzwerken. Zuletzt hatte er Aufsehen erregt, als er mit anderen radikalen Islamisten als „Scharia-Polizei“ in Wuppertal patrouillierte. Im September 2014 waren die jungen Männer mit Sicherheitswesten mit dem Aufdruck „Sharia-Police“ durch die Stadt marschiert.

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