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Bundesanwaltschaft : Durchsuchungen bei Rechtsextremen

Bild: dpa

Die Beschuldigten aus vier Bundesländern werden verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Ihr Ziel sei „das Wiedererstarken eines freien Vaterlandes“ nach „germanischem Sittengesetz“.

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          Die Bundesanwaltschaft ist am Dienstag in mehreren Bundesländern gegen eine rechtsextremistische Vereinigung vorgegangen. Die Ermittler durchsuchten die Wohnungen von sechs Beschuldigten und vier weiteren Personen in Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Festnahmen habe es bisher nicht gegeben, wie der Generalbundesanwalt (GBA) mitteilte. Die Beschuldigten werden verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Sie sollen im vergangenen Jahr innerhalb der Gruppierung „Wolfsbrigade“ die Untergruppierung „Sturmbrigade“ als „bewaffneten Arm“ gebildet haben. Erklärtes Ziel der „Wolfsbrigade“ sei das „Wiedererstarken eines freien Vaterlandes“ nach „germanischem Sittengesetz“. Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen-Anhalt, das die Ermittlungen führt, sagte dieser Zeitung, in Köthen und Gardelegen seien fünf Wohnungen auf Waffen und Datenträger durchsucht worden. Zum Ergebnis der Durchsuchungen machten GBA und LKA keine näheren Angaben.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Der Magdeburger Verein „Miteinander“ hält die Gruppierung „Wolfsbrigade“ für einen neonazistischen Zusammenschluss, der überregional vernetzt sei und sich radikalisiere. Die Gruppe sei schon 2018 in einer Serie rechtsextremer Demonstrationen in Köthen öffentlich in Erscheinung getreten, sagte der Leiter des Vereins, Pascal Begrich.

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