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Corona-Gipfel am Dienstag : Weniger Kontakte und mehr Homeoffice

Merkel will das nächste Krisentreffen mit den Ministerpräsidenten vorziehen. Bild: dpa

Bereits am 19. Januar beraten Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die aktuelle Pandemie-Lage in Deutschland. Die Kanzlerin plädiert für eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen und konsequentes Arbeiten von zuhause.

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Bund und Länder kommen schon in der nächsten Woche zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag in Berlin mitteilte, ist das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten für Dienstagnachmittag geplant. Ursprünglich waren die Beratungen für den 25. Januar vorgesehen.

          Grund des Vorziehens ist Seibert zufolge die Infektionslage. Mithilfe der einschneidenden Maßnahmen habe man es zwar geschafft, dass sich die Ansteckungszahlen auf einem Plateau bewegen. Die Zahl der Neuinfektionen sei aber weiterhin viel zu hoch. Dem angestrebten Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nähere man sich nur langsam. Eine weitere Reduzierung von Kontakten sei erforderlich. Gleiches gelte für eine verstärkte Arbeit von zuhause.

          Bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche hatten Bund und Länder beschlossen, den seit Mitte Dezember geltenden Lockdown in Teilen zu verschärfen und bis zum 31. Januar zu verlängern. Diskutiert wird derzeit über eine weitere Verschärfung der Maßnahmen, die dazu führen soll, dass die Bürger ihre Kontakte noch weiter einschränken und möglichst von zu Hause aus arbeiten.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Beratungsbedarf bereits am Donnerstagabend in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag laut Informationen der F.A.Z. deutlich gemacht. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen.

          „Wir müssen das britische Virus in den Griff bekommen mit der Reduktion von Kontakten“, sagte die Bundeskanzlerin in der Sitzung. Nur verschärfte Maßnahmen könnten ein exponentielles Wachstum stoppen. Die aufgetretene Mutante des Virus „macht uns große Sorge“. Durch vermehrtes Arbeiten im Homeoffice solle der Öffentliche Nahverkehr entlastet werden. Eingestellt werden solle er aber nicht. 

          Dem Robert-Koch-Institut sind die bisherigen Einschränkungen zu wenig, um die Ausweitung des Coronavirus effektiv zu verlangsamen. Das Verhalten der Bundesbürger im zweiten Corona-Lockdown ist nach einer Analyse der Einrichtung weiterhin zu inkonsequent, um die Pandemie zeitnah in den Griff zu bekommen.

          „Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. „Es gibt immer noch zu viele Ausnahmen und es wird nicht stringent durchgeführt.“ Mit Blick auf ansteckendere Mutationen des Coronavirus ergänzte er: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“

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