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Corona : Bund fördert Forschungsverbund mit 150 Millionen Euro

Behandlung eines Covid-Patienten in der Universitätsklinik Frankfurt. Bild: Frank Röth

Die deutschen Universitätskliniken bündeln ihre Anstrengungen in der Corona-Forschung. Unter der Leitung der Charité forschen die Krankenhäuser in insgesamt 13 Projekten – der Bund unterstützt das Vorhaben.

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          Bisher war medizinische Forschung immer wettbewerbsorientiert strukturiert und selten kooperativ. Angesichts der Corona-Pandemie haben sich nicht nur alle 36 Universitätskliniken in Deutschland unter Leitung der Charité in Berlin zusammengeschlossen, sondern auch 13 klinikübergreifende Verbundprojekte zu einer verbesserten Behandlung von Covid-19 entwickelt. Das Bundesbildungsministerium fördert das Netzwerk mit insgesamt 150 Millionen Euro. „Die Kliniken tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Behandlung von Covid-19-Erkrankten aus und lernen so fortlaufend miteinander und voneinander“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Das Projekt „B-Fast“ unter der Federführung des Göttinger Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie unter Simone Scheithauer befasst sich mit Überwachungs- und Teststrategien für die Bevölkerung, aber auch für Schulen und Kitas, Risikobereiche und Kliniken. Auf einer Plattform werden unterschiedliche Analysen und Bewertungen zusammengeführt, die dann auch für künftige Pandemien hilfreich sein können.

          Beim Forschungsverbund „Covim“ zur Bestimmung und Nutzung einer Sars-CoV-2-Immunität unter Leitung des Kölner Instituts für Virologie und dessen Direktor Florian Klein geht es darum, möglichst viele immunologische Daten aus Bevölkerungsstudien und der Untersuchung von Covid-19-Genesenen zusammenzuführen und so neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Art und Dauer der Immunität gegen das Coronavirus zu generieren. Außerdem soll untersucht werden, wie die Immunität auf andere – besonders gefährdete – Personen übertragen und für neue Therapieansätze genutzt werden kann. Die erste bundesweite Radiologie-Plattform „Racoon“ unter Leitung des Frankfurter Radiologen Thomas Vogl führt Röntgenaufnahmen von Corona-Patienten zusammen und analysiert sie mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz.

          Dadurch soll eine schnellere und präzisere Diagnose der Erkrankung möglich und es eine Entscheidungsgrundlage für Lageeinschätzungen und Frühwarnmechanismen geben. Allein in der Berliner Charité ist die Anzahl der beatmeten Covid-Patienten in einer Woche von sechs auf 17 gestiegen, das mittlere Alter liegt bei 55 Jahren, wie der Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer der Charité berichtete. Am Mittwoch war die Anzahl der Neuinfektionen erstmals seit dem Frühjahr wieder auf 288 an einem Tag gestiegen, was sich in Kliniken zeigt.

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