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Bund der Vertriebenen : Bernd Fabritius wird neuer Präsident

  • -Aktualisiert am

Bernd Fabritius will für den Bund der Vertriebenen ein besseres Verhältnis zu Polen als es unter seiner Vorgängerin Erika Steinbach herrschte Bild: dpa

Der Siebenbürger Sachse Bernd Fabritius ist der neue Präsident des Bundes der Vertriebenen. Damit tritt er die Nachfolge von Erika Steinbach an, die den Bund 16 Jahre lang leitete.

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          Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat den CSU-Bundestagsabgeordneten Bernd Fabritius zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Fabritius bekam am Freitag 99 Prozent der Stimmen. Damit endet die sechzehn Jahre dauernde Amtszeit der bisherigen Präsidentin Erika Steinbach.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Diese hatte dem Präsidium bereits im Juli mitgeteilt, dass sie nicht noch einmal kandidieren wolle. Steinbach, Bundestagsabgeordnete der CDU, hatte Fabritius ihren „Wunschkandidaten“ für ihre Nachfolge genannt. Das Präsidium hatte Fabritius einstimmig für die Wahl zum neuen Präsidenten vorgeschlagen.

          Fabritius ist 1965 im siebenbürgischen Agnetheln geboren worden und lebte bis 1984 in Rumänien. Er ist Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen und zudem Präsident des Weltverbandes der Siebenbürger Sachsen. In den Bundestag zog der promovierte Jurist nach der Wahl im vorigen Herbst ein. Er ist Mitglied im Europaausschuss und im Menschenrechtsausschuss. Da er als Kind und Jugendlicher die Ceaușescu-Diktatur in Rumänien miterlebte, betrachtet er sich als Angehörigen einer Erlebnisgeneration.

          Erstmals ein Grünen-Politiker im Präsidium

          Steinbach, die im polnischen Rumia (Rahmel) geboren wurde, war in Polen immer wieder Gegenstand scharfer Kritik. Das Verhältnis zwischen dem BdV und Polen war in ihrer Amtszeit angespannt. Fabritius strebt eine Entspannung an. Er übte keinerlei Kritik an Steinbach, sondern sprach von einem „Feindbild“, das in Polen speziell gegenüber Erika Steinbach aufgebaut worden sei.

          Der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der Unions-Fraktion im Bundestag, Klaus Brähmig (CDU), sagte voraus, Fabritius werde nicht nur die Interessen der Vertriebenen erfolgreich vertreten, sondern „verstärkt die Interessen der Spätaussiedler und die in den Herkunftsgebieten lebenden deutschen Minderheiten mit in den Blick nehmen“.

          Ins BdV-Präsidium wurden weitere zwölf Mitglieder gewählt, unter ihnen der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer. Erstmals kam ein Grünen-Politiker in das Gremium,  der tschechisch-deutsche Bürgerrechtler Milan Horáček. Im Juni hatte die Sudetendeutsche Landsmannschaft Horáček auf ihrem Pfingsttreffen mit ihrem Europäischen Karlspreis ausgezeichnet. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Grünen und saß für diese  im Bundestag und  im Europaparlament. Horáček war nach der Niederschlagung des Prager Frühlings in die Bundesrepublik emigriert.

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