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Bundespräsident in Sachsen : Buhrufe und Beschimpfungen gegen Gauck in Bautzen

  • Aktualisiert am

„Gauck soll raus“, riefen die Demonstranten dem Bundespräsidenten bei einem kurzen Spaziergang durch die Bautzener Altstadt zu. Bild: dpa

Im sächsischen Bautzen ist Joachim Gauck mit Ablehnung empfangen worden. Ein Demonstrant zeigte dabei deutlich, was er vom Besuch des Bundespräsidenten hält.

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          Am Rande eines Besuchs im ostsächsischen Bautzen ist Bundespräsident Joachim Gauck beschimpft worden. Auf einem kurzen Fußweg durch die Altstadt wurde er am Freitag von rund einem Dutzend augenscheinlich rechter Demonstranten mit „Gauck soll raus“- und „Gauck verschwinde“-Rufen empfangen. Auch Trillerpfeifen waren zu hören. Ein Demonstrant zeigte dem Bundespräsidenten den Mittelfinger. Die Polizei drängte die Störer beiseite.

          Zuvor hatte Gauck mit Bürgern der Stadt über Demokratie und die Herausforderungen der Flüchtlingskrise diskutiert. Vor knapp drei Wochen war in Bautzen ein Feuer in einer noch nicht bezogenen Flüchtlingsunterkunft gelegt worden. Anschließend hatten Fremdenfeinde ihre Freude über den Brand zum Ausdruck gebracht. Einzelne versuchten, die Feuerwehr am Löschen zu hindern.

          Angesichts verbreiteter Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik der Regierung hatte Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Besuch einen ernsthaften Meinungsstreit angemahnt. Am Computer etwas „zusammenzuposten“, sei noch keine demokratische Debatte, sagte er bei einer Diskussionsrunde mit Bürgern. Demokratie erfordere Kompromissbereitschaft und Geduld. Hass und Hetze gehörten nicht dazu. „Und wir wollen auch nicht akzeptieren, dass Brandsätze fliegen.“

          Zum Auftakt seines Besuchs war Gauck im Rathaus von Bautzen mit Bürgermeistern aus der Region zusammengekommen. Bei dem Gespräch, an dem auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) teilnahm, ging es um die Auswirkungen des Flüchtlingszuzugs in den Kommunen.

          Gauck sprach anschließend bei der Diskussionsrunde von einem Kommunikationsproblem zwischen Wählern und Gewählten. Doch nur im demokratischen Dialog ließen sich Probleme lösen. „Wir müssen unsere Komfortzonen verlassen. Wir müssen uns auch für Argumente öffnen, die uns fremd sind“, mahnte er.

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