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Flüchtlinge in Sachsen : Zuzugsstopp als Atempause

Integration von Flüchtlingen - Mit dem Kleingartenprojekt „Freigärten“ und der Laufgruppe „Mitläufer“ werden im sächsichen Freiberg Asylbewerbern Integrationsmöglichkeiten angeboten. Bild: Robert Gommlich

In Freiberg funktioniert die Integration von Flüchtlingen beispielhaft. Dennoch kämpft das Rathaus für einen Zuzugsstopp, auch um die Erfolge nicht zu gefährden. Doch nun gerät der Bürgermeister zwischen die Fronten.

          8 Min.

          Vor gut zwei Jahren wurde Firas Almohamed aus Bayern in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Chemnitz überstellt. Ihm war nicht wohl dabei. „Alle haben gesagt: Sachsen ist schlecht für Leute wie mich“, erzählt er. „Meine Mutter hat sich große Sorgen gemacht.“ Heute kann der 33 Jahre alte Mann darüber lachen. Er hat inzwischen viel von Sachsen gesehen. Von Chemnitz aus schickte man ihn erst nach Meißen und dann nach Freiberg. „Ist überhaupt nicht schlimm hier. Persönlich habe ich nie etwas Schlechtes erlebt“, erzählt Almohamed an einem Abend im Mai. Zusammen mit seiner Frau und vielen Freunden sitzt er in einem Hof im Zentrum der Bergstadt, wohin der Verein „Grenzenlos“ einmal im Monat Alt- und Neufreiberger einlädt. Es gibt Salate, Wurst und Brot, Kinder toben, vor allem aber wird erzählt.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Almohamed hat gerade Arbeit gefunden, er konnte unter zwei Angeboten wählen und hat sich für eine Forstfirma in der Nähe entschieden; jetzt ist er fast täglich im Wald, neulich haben sie Hochsitze gebaut. In Aleppo hat er Umwelttechnologie studiert und ist geflohen, um nicht von Rebellen oder Regierungstruppen rekrutiert zu werden. Den Job hat er über Freunde aus der Laufgruppe gefunden, die sich „Mitlaufgelegenheit Freiberg“ nennt. Ohne Flüchtlinge gäbe es sie vermutlich gar nicht. Früher seien zum Lauftreff donnerstags höchstens mal zwei, drei Leute erschienen, sagt Stefan Benkert, der mit am Tisch sitzt. Der 53 Jahre alte Freiberger hatte 2016 die Idee, auch mal Asylbewerber einzuladen. „Da kamen plötzlich zehn Leute, die meisten in Jeans und Straßenschuhen“, erzählt er. „Wir haben sie erst mal mit Laufkleidung und gebrauchten Schuhen versorgt, davon haben wir ja genug.“

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