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Bürgerentscheid : Hamburger stimmen gegen Elb-Seilbahn

  • Aktualisiert am

Abgelehnt: ein Entwurf der Elbe-Seilbahn Bild: Stage Entertainment

Die Pläne für den Bau einer Seilbahn über die Elbe werden vorerst nicht umgesetzt. Bei einem Bürgerentscheid in Hamburg stimmten fast zwei Drittel der Teilnehmer dagegen.

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          Der Bau einer Seilbahn über die Elbe in Hamburg ist gescheitert. Bei einem Bürgerentscheid sprachen sich fast zwei Drittel der Teilnehmer im Bezirk Mitte (63,4 Prozent) gegen das Projekt aus. Das teilte das Bezirksamt am Mittwoch mit. Insgesamt waren gut 200.000 Abstimmungsberechtigte zur Teilnahme aufgerufen worden. An dem Entscheid beteiligten sich rund ein Viertel von ihnen mit 50.081 gültigen Stimmen. Für die Pläne waren 18.312 Bürger (36,6 Prozent). Das Großprojekt hatte die Menschen in Hamburg gespalten.

          Der Bürgerentscheid im Bezirk Mitte sei für den Senat rechtlich bindend, das habe dieser für die Seilbahn so festgelegt, berichtete Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD). Auch die Projektplaner wollen den Bürgerwillen akzeptieren.

          Nach den Plänen eines österreichischen Seilbahnbauers und des Musicalbetreibers Stage Entertainment sollte die Seilbahn auf 80 Meter hohen Stützen vom Heiligengeistfeld in St. Pauli über die Elbe zu zwei Musicaltheatern am südlichen Hafenrand führen. Die Unternehmen wollten 35 Millionen Euro in die 1,5 Kilometer lange Strecke investieren.

          Die Gondeln sollten zwischen dem Millerntorplatz und den Musicaltheatern am anderen Ufer verkehren.

          „Selbstverständlich akzeptieren und achten wir den Bürgerwillen“, teilten die Planer mit. Es sei leider nicht erreicht worden, die Mehrheit der Hamburger für dieses „innovative Projekt“ begeistern zu können. Thomas Magold von der Initiative „Ja zur Seilbahn“ sagte, die Bürger hätten eine „einmalige umweltfreundlich Chance zum Nulltarif“ vergeben. Die Befürworter hielten die Seilbahn für ein modernes, umweltfreundliches Transportmittel.

          Die Gegner sahen in dem Projekt keine Bereicherung für die Hansestadt, sondern Unternehmensinteressen am Werk. Eine Initiative gegen die Seilbahn befürchtete Nachteile für die Anwohner durch erhöhte Touristenströme und zusätzlichen Verkehr. Außerdem zerstöre die Bahn mit ihren hohen Stützen das Stadtbild. Eine Handvoll Gegner feierte am Mittwoch am Spielbudenplatz auf St. Pauli den „Sieg David gegen Goliath“, wie es eine Vertreterin ausdrückte. Sie seien überwältigt von der deutlichen Mehrheit, sagte Initiativen-Vertreterin Sabrina Hirche.

          Die Handelskammer bedauerte das Votum: Von einer Seilbahn hätten neben den Gästen in der Stadt auch die Hamburger profitiert. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Hamburger FDP-Fraktion, Thomas-Sönke Kluth, warf dem Senat vor, dem Bezirk die Torpedierung des Projekts überlassen zu haben: „Eine entschlossene Förderung von Wirtschaft und Tourismus sieht völlig anders aus.“

          In der Bezirksversammlung hatte sich im Juni ebenfalls eine Zwei-Drittel-Mehrheit gegen die Pläne ausgesprochen. Angesichts der hohen Beteiligung sei das Ergebnis repräsentativ für Hamburg und spiegele das Votum der Versammlung wider, sagte der Bezirkschef. „Das ist keine Entscheidung für den Tourismus, sondern für die Einzigartigkeit der Stadt.“ Grote nannte die „unverwechselbare Silhouette“ am Hafen mit Michel, Elbphilharmonie und Landungsbrücken.

          Der Chef von Hamburg Tourismus, Dietrich von Albedyll, verwies darauf, dass der Hafen ein „unverwechselbarer Erlebnisraum“ sei und zum „authentischen Alleinstellungsmerkmal“ Hamburgs gehöre. Diese Authentizität sei ein zentraler Faktor in der Anziehungskraft der Stadt, berichtete Albedyll. „Die Tourismusentwicklung muss immer in den Einklang mit den Interessen der Bürger gebracht werden.“

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