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Bremen : Duell um Scherf-Nachfolge

  • Aktualisiert am

Bildungssenator Willi Lemke Bild: dpa/dpaweb

Die Nachfolge von Bremens Regierungschef Scherf (SPD) wird in einem Duell zwischen Bildungssenator Lemke und Fraktionschef Böhrnsen (beide SPD) entschieden. Der dritte Kandidat, der SPD-Bundestagsabgeordnete Kröning, hat am Samstag verzichtet.

          Die Nachfolge von Bremens Regierungschef Henning Scherf (SPD) wird in einem Duell zwischen Bildungssenator Willi Lemke und Fraktionschef Jens Böhrnsen (beide SPD) entschieden. Der dritte Kandidat, der SPD-Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Volker Kröning, erklärte seinen Verzicht auf das Amt. „Ich stehe nicht mehr zur Verfügung“, sagte Kröning am Samstag. Sozialsenatorin Karin Röpke hatte am Freitag bereits ihren Verzicht auf die Kandidatur mitgeteilt. Die Parteibasis soll vom 11. bis zum 15. Oktober bei einer Urabstimmung entscheiden.

          Das Ergebnis der Mitgliederbefragung sei politisch bindend für Partei und Kandidaten, sagte Sieling. Das Ergebnis müsse aber aus formalen Gründen von einem Landesparteitag bestätigt werden. Im November solle der künftige Regierungschef dann von der Bürgerschaft gewählt werden.

          Der 56jährige Böhrnsen ist seit 1999 Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion. Bis 1995 arbeitete er als Richter. Seit 1995 ist er Abgeordneter im Landesparlament. Der 59 Jahre alte Lemke war seit 1974 Landesgeschäftsführer der Partei. 1981 wurde er Sportmanager beim SV Werder, 1999 holte ihn Scherf in sein Kabinett. Nach wie vor ist Lemke Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballvereins.

          Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion: Jens Börhnsen

          Wie Landesparteichef Carsten Sieling erläuterte, sollen sich die Bewerber in fünf bis sechs Veranstaltungen den Mitgliedern vorstellen. Die sozialdemokratische Basis soll dann in den Versammlungen, aber auch per Briefwahl bis 15. Oktober ihren Kandidaten küren. Am 18. Oktober solle der Landesvorstand das Ergebnis der Abstimmung zur Kenntnis nehmen denjenigen mit den meisten Stimmen dem Landesparteitag vorschlagen. Sieling lobte das Verfahren als „sehr zügig und ausgesprochen demokratisch“.

          Böhrnsen sagte, er habe sich nach reiflicher Überlegung zur Kandidatur entschlossen. Henning Scherfs Fußstapfen seien riesengroß, doch er wolle sich der Herausforderung stellen. Lemke hob unter anderem das „Beispiel gebende innerparteiliche Verfahren“ zur Findung eines Scherf-Nachfolgers hervor. Beide Kandidaten erklärten ihr Bekenntnis zum Bestand der Bremer großen Koalition bis Ende der Legislaturperiode 2007.

          Scherf hatte am Mittwochabend seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt. Der 66jährige gab dafür überwiegend persönliche Gründe an. Er will nur so lange im Amt bleiben, bis die Nachfolge geklärt ist.

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