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Bremen : Böhrnson folgt Scherf

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Jens Böhrnsen hat sich durchgesetzt Bild: AP

Der Bremer SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Böhrnsen soll die Nachfolge von Regierungschef Henning Scherf (SPD) antreten. Der 56jährige will das Bündnis mit der CDU fortführen. Bildungssenator Willi Lemke unterlag in der Abstimmung.

          Der Bremer SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Böhrnsen soll die Nachfolge von Regierungschef Henning Scherf (SPD) antreten. Der 56jährige erhielt am Samstag bei der Befragung der SPD-Mitglieder für die Nachfolge in geheimer Wahl 72 Prozent der Stimmen. Für seinen Konkurrenten, Bildungssenator Willi Lemke, stimmten 27 Prozent.

          Er werde das Bündnis mit der CDU fortzusetzen, versicherte Böhrnsen nach seinem Sieg. „Wir haben eine Koalitionsvertrag, und diesen werden wir erfüllen.“ Der Bremer CDU-Landeschef Bernd Neumann gratulierte dem Gewinner der SPD-internen Wahl. Neumann kündigte allerdings auch Gesprächsbedarf an, da Böhrnsen in den vergangenen Tagen wiederholt Kritik am Koalitionspartner CDU geübt hatte.

          Kürzungen will Lemke nicht hinnehmen

          Lemke erklärte nach seiner Niederlage, er wolle weiterhin als Bildungssenator arbeiten. Gleichzeitig machte er deutlich, daß er keine Kürzungen in seinem Ressort hinnehmen werde. „Das ist eine klare Voraussetzung dafür, daß ich mit Schwung und Kraft weitermachen kann.“ Bei der Wahl für den Nachfolger des populären Scherfs hatten 1924 Mitglieder für Böhrnsen gestimmt. Lemke erhielt 721 Stimmen. Insgesamt hatten sich 2666 von 5666 SPD-Mitgliedern an der Wahl beteiligt, teilte der SPD-Landesvorsitzende Carsten Sieling am Samstag nach der Auszählung mit.

          Die Bremer FDP forderte Böhrnsen inzwischen zum Umsteuern „von einer Politik des Größenwahns hin zu einer Politik der Vernunft“ auf. „Böhrnsen hat jetzt die Chance, die Fehler Scherfs zu korrigieren und eine zukunftsorientierte Politik für Bremen zu gestalten“, erklärte am Sonntag der FDP-Landesvorsitzende Peter Bollhagen.

          Offizielle Wahl durch die Bürgerschaft wohl Anfang November

          Der Landesvorstand hat nach dem klaren Votum beschlossen, Böhrnsen an diesem Mittwoch während eines Landesparteitags als Kandidaten für das Amt des neuen Regierungschefs zu präsentieren. Danach müssen noch die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft - voraussichtlich Anfang November - den neuen Regierungschef wählen. Wer neuer Fraktionschef der SPD werden soll, sei noch nicht entschieden, sagte SPD- Landesvorsitzender Carsten Sieling.

          Scherf hatte Ende September für viele Genossen überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte der 66jährige sein Alter. 27 Jahre saß er auf der Bremer Regierungsbank, davon die vergangenen zehn als Regierungschef einer großen Koalition. Scherf galt stets als Garant dieses Bündnisses.

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