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Brandenburg : Weiteres Bundesland steigt aus Vergleichstests für Schüler aus

Schüler in Frankfurt Oder schreiben keine Vera-Tests, sondern ihr Abitur unter Corona-Bedingungen. Bild: dpa

Die Kultusminister der Länder wollen gemeinsame Lernstandards durchsetzen. Doch nun verlässt nach Bremen und Niedersachsen auch Brandenburg die Vergleichsstudie Vera.

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          Nach Bremen und Niedersachsen ist Brandenburg das dritte Land, das die Vera-Vergleichsarbeiten für die dritte und achte Jahrgangsstufe im kommenden Schuljahr aussetzen will. Die anderen Länder hatten davon jedoch bislang nichts erfahren. Sie befürchten nun einen Dominoeffekt, der das Bemühen der Kultusminister gefährden könnte, für länderübergreifend vergleichbare Anforderungen in einem Staatsvertrag zu sorgen. Zu den wichtigsten Bausteinen dabei gehören Vergleichsarbeiten, die keine Auswirkung auf die Note haben, aber dem Land und der jeweiligen Schule ein Bild vom Leistungsstand der Schüler vermitteln.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Grundlage für Vera 3 sind die Bildungsstandards für Mathematik und Deutsch, für Vera 8 die Bildungsstandards in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache. Die vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) länderübergreifend entwickelten Arbeiten werden auf der Grundlage der bundesweit geltenden Lernanforderungen erstellt.

          In der offiziellen Begründung in der Brandenburger Kabinettsvorlage vom 9. Juni ist von einer „Entlastung der Schulen“ die Rede. Brandenburg wolle Vera 3 und 8 nur einmalig aussetzen und zu Beginn des nächsten Schuljahres in den Fächern Deutsch, Mathematik, der ersten Fremdsprache, sowie den Fächern des naturwissenschaftlichen Lernbereichs eine Analyse der Lernausgangslage in allen Jahrgängen für alle Schüler in den allgemeinbildenden Schulen erheben, heißt es aus Potsdam. Zu Beginn des Schuljahres werde an allen allgemeinbildenden Schulen eine Bilanz des ausgefallenen Unterrichts bzw. des nicht vermittelten Wissens auf der Basis des Rahmenlehrplans vorliegen.

          Bislang hohe Akzeptanz für Vergleichstests

          Dass die Brandenburger Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sich darauf eingelassen hat, die Vergleichstests auszusetzen, ist um so verwunderlicher als sie in ihrer Zeit als schleswig-holsteinische Bildungsministerin vehement gegen eine Verwässerung der Vera-Tests gewehrt hatte. Ernst gehörte damals zu den pragmatisch-streng evaluierenden Ministern, die sich ein ungeschminktes Bild von den Fähigkeiten ihrer Schüler machen wollten. Bisher war Brandenburg eines der Länder mit der höchsten Akzeptanz der Vergleichstests. Selbst die Lehrergewerkschaften haben dort nie gegen die Vergleichsarbeiten votiert.

          Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte Vera im Frühjahr dieses Jahres wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schulschließungen freiwillig eingestellt. Doch 2021 sollen die Vergleichstests regulär stattfinden. Sie sind in allen Ländern verpflichtend, die sich nicht aus der länderübergreifenden Lernstandserhebung verabschiedet haben.

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