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Brandanschlag von Mölln : Die Bedrohungslage ist geblieben

  • -Aktualisiert am

23. November 1992: Blick auf das ausgebrannte Haus, in dem drei Menschen durch einen von Neonazis verübten Brandanschlag ums Leben kamen. Bild: dpa

30 Jahre nach dem rassistisch motivierten Brandanschlag von Mölln, bei dem drei Menschen starben, ist die rechtsextreme Bedrohungslage größer als damals. Ein erschütternder Befund.

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          Drei Monate nach den tagelangen fremdenfeindlichen Po­gromen in Rostock-Lichtenhagen war es der erste rassistisch und rechtsextrem motivierte Mordanschlag im wiedervereinten Deutschland. Zwei zuvor schon als Neonazis bekannte Männer hatten vor 30 Jahren im schleswig-holsteinischen Mölln ein Haus angezündet, in dem eine türkische Familie lebte. Zwei Mädchen und eine Frau starben in den Flammen, die Täter bekannten sich in einem anonymen Anruf mit NS-Parolen zu der feigen Tat.

          Geändert hat sich an der Bedrohungslage in den 30 Jahren nach Mölln für Menschen mit migrantischen Wurzeln, dunkler Hautfarbe oder jüdischen Glaubens kaum etwas. Auf Mölln folgten der Brandanschlag in Solingen mit fünf Toten, die Jahre währende, aber lange unentdeckte Mordserie des NSU, der Massenmord in Hanau und der Anschlag auf die Synagoge in Halle.

          Viele Rechtsextremisten sind gewaltorientiert

          Inzwischen gibt es laut Verfassungsschutz mehr als 33.000 Rechtsextreme, davon sind fast die Hälfte gewaltorientiert.

          Im Bundestag sitzt seit 2017 eine teils rechtsradikal-völkisch orientierte Partei, die zudem in 15 Landtagen vertreten ist. Der frühere CSU-Bundesinnenminister Seehofer und seine SPD-Nachfolgerin Faeser nannten den Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die innere Sicherheit. 77 Jahre nach dem von Hitler-Deutschland entfesselten Weltkrieg und dem Holocaust ist das ein erschütternder Befund.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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