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Brandanschlag : „Eine schändliche Tat“

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Agentur ToMa

Nach den mutmaßlichen Brandanschlägen auf drei geplante Flüchtlingsunterkünfte in Mittelfranken reagiert die Politik bestürzt. An den Gebäuden wurden Hakenkreuz-Schmierereien entdeckt.

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          In Bayern sind am Freitag nach einem Brandanschlag die Sicherheitsvorkehrungen bei den Unterkünften für Asylbewerber verstärkt worden. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach von einer schändlichen Tat. Die bayerischen Behörden würden alles unternehmen, um Täter, Urheber und Anstifter zur Rechenschaft zu ziehen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden im mittelfränkischen Vorra drei Gebäude, die umgebaut worden sind, um im nächsten Monat Asylbewerber aufzunehmen, in Brand gesteckt. Die Polizei stellte Brandbeschleuniger sicher. An die Wände eines Gebäude wurden Hakenkreuze und fremdenfeindliche Parolen geschmiert. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, die Indizien deuteten auf rechtsradikale Täter hin.

          Bei den Gebäuden, die in Brand gesteckt wurden, handelt es sich um eine Gaststätte, eine Scheune und ein Wohnhaus, die gegenwärtig nicht genutzt werden. Eine Anwohnerin bemerkte am Donnerstag gegen 22.45 Uhr eine starke Rauchentwicklung in der früheren Gaststätte. Kurze Zeit später wurden auch die anderen Brandherde entdeckt. Die Feuerwehr rückte mit starken Kräften an; von den rund 150 Feuerwehrleuten erlitt einer bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen. Der Sachschaden wird auf 700.000 Euro geschätzt.

          Drei Gebäude sind in Vorra nahe Nürnberg ausgebrannt. Bilderstrecke

          Seehofer sagte nach dem Brandanschlag: „Braunes Gedankengut hat keinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft.“ Die Menschen in Bayern ließen sich durch die Provokation, den Hass und die Menschenverachtung nicht beirren. Bayern zeichne sich durch die Hilfsbereitschaft aus für diejenigen, die im Freistaat Schutz vor Krieg und Verfolgung und Obhut in Frieden suchen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte, die Bundesregierung werde Gewalt gegen Flüchtlinge nicht dulden.

          Die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sagte, die mutmaßlichen Brandanschläge zeigten die Täter eine „abgrundtiefe Menschenfeindlichkeit“ der Täter. Dies „in einer Zeit, in der Frauen, Männer und Kinder im wahrsten Sinne um ihr Leben rennen. Sie brauchen unseren Schutz und die Möglichkeit zu einem sicheren Leben.“

          Seit der Aufdeckung der Verbrechen der rechten Terrorzelle NSU sei klar, zu was Rechtsextremisten in Deutschland fähig seien, mahnte Özoguz. „Ich hoffe, dass unsere Gesellschaft geschlossen diesen Brandstiftern - auch den Biedermännern unter ihnen - eine klare Abfuhr erteilt: Mit Solidarität und menschlicher Empathie den Geflohenen gegenüber.“ Die Ermittlungsbehörden müssten alle Hebel in Bewegung setzen, um die Täter zu finden.

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