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Tübingens Oberbürgermeister : Boris Palmer gerät mit Student aneinander

  • Aktualisiert am

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) Bild: dpa

In einer Novembernacht streitet sich Tübingens Oberbürgermeister mit einem Studenten und setzt ihm nach. Palmer sieht sich im Recht – und wird scharf kritisiert.

          Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich in einer Nacht Mitte November eine lautstarke Auseinandersetzung mit einem Studenten geliefert. Wie zuerst das „Schwäbische Tagblatt“ berichtete, traf Palmer an jenem Abend nach 22 Uhr in der Tübinger Innenstadt auf einen Studenten der Erziehungswissenschaft, Arne G. Im Zuge der Auseinandersetzung soll Palmer G. angebrüllt, bedrängt und fotografiert haben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf G. und drei Zeuginnen, die Palmers Verhalten als „extrem befremdlich“ empfanden. Palmer sei „immer lauter und aggressiver geworden“ und habe „völlig neben sich“ gestanden.

          Palmer äußerte sich auf seiner Facebook-Seite zu dem Vorfall. Demnach wurde er von einem „linken Studenten“ „attackiert“. Der Mann habe „eine abfällige Bemerkung über mich“ gemacht. „Ich blieb stehen, und forderte ihn auf, mir zu sagen, was ihn störe. Daraufhin sagte er, ich solle abhauen, er kenne mich gar nicht. Ich erwiderte, so gehe das nicht, er solle mir jetzt erklären, was Sache ist. Dann schrie er laut, ich würde ihn stalken, wedelte wild mit den Armen und bedrohte mich.“

          „Laute Schreierei nach 22h“

          Palmer habe darauf seinen Dientausweis gezeigt und den Studenten darauf hingewiesen, dass er als Leiter der Ortspolizeibehörde berechtigt sei, eine Personenkontrolle durchzuführen, da „laute Schreierei nach 22h einen Verstoß gegen §2 der städtischen Polizeiverordnung darstelle“. Zudem habe Palmer ein Foto der Person gemacht, um „die Chance zu erhalten, das Ordnungsgeld wegen Ruhestörung durchzusetzen“. Es sei eine Diskussion mit mehreren Passanten entstanden, der Mann habe sich geweigert, seine Personalien abzugeben und sei geflüchtet. Palmer ist ihm laut eigener Aussage „gemäßigten Schrittes“ gefolgt –  worauf es laut „Schwäbischem Tagblatt“ eine „slapstikreife Verfolgungsjagd“ auf dem Tübinger Holzmarkt gegeben habe.

          Seit Bekanntwerden des Vorfalls wird vor allem das Verhalten Palmers in der beschriebenen Situation kritisiert. Besonders scharf äußerte sich die ehemalige Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth. Auf Twitter nannte sie Palmer einen „kleinen verkniffenen rassistischen Diktator“, der Ordnungsgelder einziehen wolle, wenn jemand über ihn lästere.

          Mehrere Medien berichteten über den Vorfall, was Palmer ebenfalls kritisch in seinem Statement auf Facebook aufgriff: „Es ist mehr als bedauerlich, dass manche Presseorgane nicht für die Einhaltung der öffentlichen Ordnung eintreten, sondern diejenigen kritisieren, die dazu rechtmäßig beauftragt sind.“ Wenn sich Gesetze wegen fehlender Normakzeptanz nicht mehr durch Worte, sondern nur noch mit massiver Polizeigewalt durchsetzen ließen, habe man eine Menge Probleme.

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