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Spionage : BND ließ angeblich eigene Mitarbeiter überwachen

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Die Mitarbeiter der Abhörstation in Bad Aibling sollen „zu amerikanisiert“ gewesen sein. Bild: dpa

Einige Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes galten der Führung des BND als zu amerikanisiert. Deshalb sollten sie wohl überwacht werden. Der Datenaustausch mit der NSA wurde trotzdem weitergeführt.

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          In der Affäre um die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA hat der Bundesnachrichtendienst (BND) einem Zeitungsbericht zufolge die eigenen Mitarbeiter in der Abhörstation in Bad Aibling überwacht. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, war im Januar 2006 in der BND-Zentrale in Pullach bekannt geworden, dass die NSA mithilfe des deutschen Geheimdienstes die deutsch-französischen Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter ausspionieren wollte. Daraufhin habe die BND-Führung technische Vorrichtungen in Bad Aibling installieren lassen, um den Informationsstrom an den amerikanischen Dienst zu überwachen.

          Die interne Spionage wurde dem Bericht zufolge vor den Mitarbeitern in der Abhöranlage geheim gehalten. Wie die „Bams“ unter Berufung auf ein BND-Papier berichtete, hielt die BND-Spitze sie aufgrund ihrer engen Zusammenarbeit mit der NSA für „amerikanisiert“. Zu den Ergebnissen der Operation existieren dem Bericht zufolge keine Akten. Trotz der Zweifel hätten der BND und das Bundeskanzleramt aber an dem Datenaustausch mit der NSA festgehalten.

          Dem BND wird vorgeworfen, im Auftrag der NSA europäische Politiker und Unternehmen ausspioniert zu haben. Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen den beiden Diensten aus dem Jahr 2002, wonach der BND für die NSA die Satellitenkommunikation in Krisengebieten wie Somalia und Afghanistan überwacht.

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