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Bluttat von München : Ermittler: Amokläufer plante Tat ein Jahr lang

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Die Filiale des Schnellrestaurants beim Olympia-Einkaufszentrum in München, in der der Amoklauf am Freitagabend begann Bild: dpa

Der Amok-Schütze von München hat nach Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf seine Opfer geschossen. Er war wegen einer psychiatrischen Erkrankung in Behandlung – und besuchte den Schauplatz des Amoklaufs in Winnenden.

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          Der Amokläufer von München hat seine Opfer nach den bisherigen Ermittlungen nicht gezielt ausgesucht. Dies teilte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit. Einen politischen Hintergrund der Tat schloss er klar aus. Es habe sich bestätigt, dass der 18 Jahre alte Täter wegen einer psychiatrischen Erkrankung behandelt wurde. In der Wohnung habe man ärztliche Behandlungsunterlagen gefunden, die auf eine Angststörung und Depressionen hindeuteten. Er habe sich sowohl in stationärer und ambulanter Behandlung befunden. Zudem habe man Medikamente gefunden.

          Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor berichtet, der Täter habe sich im vergangenen Jahr zwei Monate in stationärer psychiatrischer Behandlung im Klinikum Harlaching und danach in einer ambulanten Therapie befunden. Wie die Zeitung schreibt, litt er unter Depression, unter einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung sowie unter sozialer Phobie.

          Der Amokläufer von München habe ein eigenes schriftliches „Manifest“ zu seinen Taten verfasst, sagte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger. Berichte, auf seinem Computer habe sich das „Manifest“ des norwegischen Massenmörders Anders Breivik gefunden, wies Heimberger zurück. „Das ist falsch“, sagte er.

          Der Täter habe sich seit einem Jahr mit dieser Tat befasst und Winnenden besucht, den Ort eines früheren Amoklaufs. Nach Angaben der Ermittler hat der Täter auch intensiv gewaltverherrlichende Videospiele wie „Counterstrike“ gespielt. 

          LKA-Chef zu Amoklauf : Waffe stammt wahrscheinlich aus Darknet

          LKA-Chef Heimberger sagte weiter, es gebe einen „Chatverlauf im Darknet“, der darauf schließen lassen, dass sich der Täter seine Waffe, eine Glock 17, Kaliber neun Millimeter, im Darknet besorgt habe. Nähere Informationen dazu habe man nicht. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ handelt es sich bei der Waffe um eine reaktivierte Theaterwaffe. Demnach war sie seit 2014 nicht mehr scharf, sei danach aber wieder gebrauchsfähig gemacht worden. Die Glock 17, Kaliber neun Millimeter, trage ein Prüfzeichen aus der Slowakei, so die Zeitung.

          Bei der Bluttat am Freitagabend erschoss der Deutsch-Iraner vor einem Einkaufszentrum neun Menschen, sieben davon mit Migrationshintergrund. Bis auf ein 45-jähriges Opfer waren alle zwischen 15 und 20 Jahre alt. Drei Menschen schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. Insgesamt gab es laut Landeskriminalamts 35 Verletzte. Der Amoklauf sorgt weltweit für Entsetzen und Anteilnahme. Der Täter hat am Tatort fast 60 Schüsse abgegeben. 57 Hülsen seien dort entdeckt worden, die „eindeutig“ der Tatwaffe zugeordnet werden könnten, sagte Heimberger.

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