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Blockupy : Ratgeber für Antikapitalisten

  • -Aktualisiert am

Warum Sie als Blockupy-Aktivist nicht bei McDonald’s essen, nicht an Brückentagen protestieren und eine andere Form und Route des Protestmarsches wählen sollten.

          Wenn Sie Blockupy-Aktivist sind und auch nächstes Jahr wieder in Frankfurt gegen den Kapitalismus protestieren wollen, beherzigen Sie bitte folgende Ratschläge zur Mehrung Ihrer Seriosität.

          1. Bei McDonald’s am Hauptbahnhof kann man das Essen auch zum Mitnehmen bestellen. Verzehren Sie Ihre Chicken McNuggets diskret in den dafür vorgesehenen Parkanlagen, anstatt in Eintracht mit Kapitalisten in der Filiale herumzulungern und die Burgerbrater so noch zusätzlich zu demütigen.

          2. Überdenken Sie Form und Route Ihres Protestmarsches. Schon im vergangenen Jahr wirkte es auf Nicht-Antikapitalisten verwirrend, dass Antikapitalisten im Vorfeld der Blockupy-Aktionstage kleine, inhabergeführte Geschäfte demolierten und dermaßen mit Steinen schmissen, dass sowohl unbeteiligte Passanten als auch Antikapitalisten selbst getroffen wurden. Das verunsicherte Außenstehende hinsichtlich Ihrer Ziele und Ihrer Professionalität. Auch, dass Sie in diesem Jahr das Terminal 1 des Frankfurter Flughafens als Ort Ihres Protestes wählten, erschloss sich dem Betrachter nicht. Stecken Sie sich höhere Ziele: Blockieren Sie das Rollfeld, kapern Sie eine Maschine, besetzen Sie den Tower! Vor allem aber sollten Sie überdenken, ob die Europäische Zentralbank als Endpunkt Ihrer zentralen Demonstration richtig gewählt ist. Schon klar, dass sie ein „Symbol des Kapitalismus“ sein soll und wegen „zentral“ größer und böser klingt als andere Banken, aber sie ist nun mal eine Notenbank und hat in den letzten Jahren gerade kein Land aus der EU gestoßen, sondern alle - außer Deutschland - gerettet. Wenn Sie gegen die Niedrigzinspolitik der EZB protestieren, sagen Sie das ruhig deutlich.

          3. Die Proteste an Feier-, Brücken- und Samstagen sind Quatsch. Kapitalisten fahren da in Kurzurlaub.

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