https://www.faz.net/-gpf-8cprr

BKA-Bericht zu Silvester : Übergriffe ähnlich wie in Köln in zwölf Bundesländern

  • Aktualisiert am

Die Übersichtsaufnahme der Hamburger Polizei von der Reeperbahn vom 1. Januar 2016 zeigt zwei inzwischen offenbar identifizierte Männer, die im Verdacht stehen, eine 18 Jahre alte Frau in der Silvesternacht sexuell genötigt zu haben. Bild: dpa

Nicht nur in Köln kam es in der Silvesternacht zu Übergriffen auf Frauen, verbunden mit Diebstählen. Auch in elf anderen Bundesländern attackierten nach einer Übersicht des Bundeskriminalamtes junge Männer mit „arabischem Erscheinungsbild“ Frauen.

          Sexuelle Übergriffe in Kombination mit Eigentumsdelikten ähnlich wie in Köln hat es nach Berichten verschiedener Medien in der Silvesternacht in zwölf Bundesländern gegeben. Allerdings war das Ausmaß offensichtlich sehr unterschiedlich, hieß es am Samstag in NDR und WDR unter Berufung auf einen internen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA), der auch der „Süddeutsche Zeitung“ vorliege. Hinweise auf Verabredungen unter den Tätern gab es demnach kaum.

          In den BKA-Bericht einbezogen wurden demnach aus Gruppen heraus begangene Sexualstraftaten im öffentlichen Raum, bei denen die Opfer auch beraubt oder bestohlen wurden. Aus nordrhein-westfälischen Städten, vor allem Köln, Düsseldorf und Bielefeld, wurden demnach 384 sexuelle Übergriffe angezeigt, davon 116 in Kombination mit Eigentumsdelikten. 195 Fälle, überwiegend reine Sexualdelikte, wurden demnach in Hamburg angezeigt.

          Mit deutlichem Abstand folgte Hessen mit 31 Fällen, Bayern mit 27, Baden-Württemberg mit 25, Bremen mit elf und Berlin mit sechs Fällen. Einzelfälle solcher Straftaten habe es auch in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gegeben. Die Ermittlungen seien allerdings nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahlen noch ändern könnten.

          Bei den Opfern handelt es sich demnach fast ausschließlich um Frauen und bei den Tätern meistens um junge Männer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren. In Aussagen der Opfer sei häufig von einem „südländischen“ oder „arabischen“ Erscheinungsbild die Rede. Eine konkrete Eingrenzung der Herkunft von Tatverdächtigen ist aber offensichtlich in vielen Fällen schwierig, sofern Täter nicht tatsächlich ermittelt wurden. Eine pauschale Zuordnung zum nordafrikanischen Raum, wie sie nach den Übergriffen von Köln in der Öffentlichkeit teilweise erfolgte, wird in dem Bericht so nicht bestätigt.

          Weitere Themen

          Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Nato verliert Vertrauen : Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Vier neue Fregatten sollte die Bundeswehr bekommen. Das wurde vor zwölf Jahren beschlossen – bis heute hat sie keine davon. Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Nato-Verbündeten stöhnen schon. Eine Analyse zur deutschen Marine.

          Topmeldungen

          Die Fregatte „Augsburg“ der deutschen Marine wird sich 2019 nicht mehr an der Operation „Sophia“ im Mittelmeer beteiligen. Der Marine fehlt es an Schiffen.

          Nato verliert Vertrauen : Die deutsche Marine ist auf Grund gelaufen

          Vier neue Fregatten sollte die Bundeswehr bekommen. Das wurde vor zwölf Jahren beschlossen – bis heute hat sie keine davon. Doch das ist nicht das einzige Problem. Die Nato-Verbündeten stöhnen schon. Eine Analyse zur deutschen Marine.

          Wissenschaftlich abgedriftet : Was treibt die Lungenärzte an?

          Ärzte als Aktivisten, warum nicht? Aber eine Unterschriftenliste gegen die Gesundheitsvorsorge, die noch dazu das Vertrauen in die Forschung untergraben soll – das wirft Fragen nach der Wissenschaftlichkeit des Vorstoßes auf.

          Machtkampf in Venezuela : „Mein Bruder Maduro! Bleibe standhaft“

          Der venezolanische Parlamentspräsident Juan Guaidó hat sich selbst zum Interimspräsidenten erklärt – und wurde prompt von Donald Trump anerkannt. Auch Emmanuel Macron stellt sich hinter ihn. Doch auch Nicolás Maduro hat Unterstützer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.