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Kommentar : Höcke und die Seele der AfD

Björn Höcke, der Fraktionsvorsitzende der AfD im Thüringer Landtag Bild: dpa

Die AfD hat ihre wirtschaftsliberalen Elemente abgestoßen. Übrig blieb eine Partei, die ihre Zukunft nicht mehr in der rechten Mitte der Gesellschaft sieht, sondern an deren rechtem Rand.

          Wo der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland recht hat, hat er recht. In der Tat ist der Thüringer Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke „Teil der Seele“ der AfD. Denn mittlerweile ist es nicht mehr so, dass zwei oder gar noch mehr Seelen in der Brust der AfD wohnen. Die wirtschaftsliberalen Elemente wurden 2015 nach der Trennung vom AfD-Gründer Bernd Lucke abgestoßen.

          Übrig blieb eine Partei, deren Funktionäre ein politisches Spektrum abdeckten, das von nationalkonservativen bis mindestens rechtsradikalen Positionen reichte. Wie die immer mehr an den „Stürmer“ erinnernde Sprache erkennen lässt, haben sich mittlerweile diejenigen durchgesetzt, die die Zukunft der AfD nicht in der rechten Mitte der Gesellschaft sehen, sondern am rechten, vielleicht sogar am äußersten rechten Rand.

          Ob diese Strategie langfristig aufgeht, ist mehr als fraglich. Dass die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen zuletzt wieder gestiegen ist, kam der AfD gerade nicht zugute. Die bürgerliche Gegenmobilisierung war stärker. Gut möglich, dass es auch am 24. September so sein wird.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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